Duo-Abend mit Wärme und Hingabe erfüllt

Warstein..  Zwei junge Künstler, Andrej Bielow (Violine) und Kit Armstrong (Klavier) zauberten in Warsteins restlos ausverkauftem Haus Kupferhammer eine unvergessliche Sternstunde. Werke von Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) standen auf dem Programm.

Andrej Bielow, in der Ukraine geboren, spielt seit seinem fünften Lebensjahr Violine, studierte in Hannover, ist Gewinner von zahlreichen Wettbewerben wie etwa ARD München, und ist ein international gefragter Solist. Seine Vorliebe gilt der Kammermusik die er im Quartett (Szymanowski), im Trio und im Duo ausübt. Er ist unter anderem Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

Kein Unbekannter

Kit Armstrong, vor vier Jahren schon einmal mit einem Klavierabend zu Gast im Haus Kupferhammer, stammt aus Los Angeles, wo er mit fünf Jahren seinen ersten Klavier-Unterricht erhielt. Im selben Jahr fing er auch an zu komponieren, und hat jetzt zahlreiche Werke bei Edition Peters verlegt.

Neben seiner musikalischen Tätigkeit hat Kit Armstrong Naturwissenschaften studiert und hat seinen Master in Mathematik an der Universität Paris VI gemacht. Sein Musik-Studium absolvierte er an der Curtis School of Music in Philadelphia und an der Royal Academy of Music in London.

Freundlich nickend betraten die Musiker den Saal. Der ganze Abend geriet zum Höhepunkt. Zwei Stunden lang versetzten die Künstler ihr Publikum in die Welt der Musik, die hinter den Noten liegt, von dessen Existenz zu viele Solisten nicht einmal ahnen. Selten hat man das Glück, so viel Wärme, Hingabe und beseelte Wahrnehmung gepaart mit scheinbar müheloser Virtuosität, die ausschließlich der Musik dient, zu erleben.

Violine mit Intuition

Beethovens 12 Variationen über „Se vuol ballare“ aus Mozarts „Figaros Hochzeit“ für Violine und Klavier F-Dur WoO 40 erklangen zuerst. Es war ein Genuss zu hören, wie wunderbar beide Künstler sich ergänzten. Sprühend vor Temperament brachte Andrej Bielow jede Phrase zum Leben. Kit Armstrong, seinerseits, der fast alles auswendig spielte, reagierte mit unwahrscheinlicher Intuition auf jede minimalste Bewegung der Violine, spürte die leisesten Differenzierungen und passte sich an, ohne jedoch seine eigene musikalische Präsenz zu verlieren. Beide Musiker verfügen über ein vielschichtiges Spektrum von Dynamik und Agogik. Schier endlos wechselnde Signale schossen durch den Raum, der pulsierte und knisterte vor lauter unmittelbarer Musik! Nach lautem, anhaltendem Beifall folgten zwei Mozart Sonaten: „Sonate B-Dur für Violine und Klavier, KV 454“ und die „Sonate A-Dur für Violine und Klavier, KV 526“. Mit vollem sonorem Ton, voller Wärme spielte Andrej Bielow jede Phrase. Besonders in Erinnerung bleibt das wunderschöne langsame Thema aus dem Andante der A-Dur Sonate.

Kit Armstrong seinerseits spielte die langsamen Themen klar und anmutig. Die schnellen Skalen wie etwa im Presto der A-Dur Sonate spielte er umwerfend gestochen mit perlendem Anschlag.

Zwei Zugaben

Mit Beethovens Sonate G-Dur für Violine und Klavier, op.96, dem Erzherzogen Rudolph von Österreich gewidmet ging das Konzert zu Ende. Der Saal tobte mit nicht endenwollendem Beifall. Bravorufe ertönten.

Berna Enste, die Seele der Kupferhammer-Reihe, die wieder einmal ihre geschickte Hand bewiesen hatte, überreichte den glücklich lächelnden und entspannten Künstlern wunderschöne wohlverdiente Frühlingssträuße, und dann erklangen noch zwei zu Herzen gehende Zugaben: zwei Sätze aus weiteren Beethoven Sonaten – echte Frühlingsboten!