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Dr. Röhrborn schult Hausärzte für Screening

23.06.2008 | 21:45 Uhr

Werl. Die Hautkrebs-Vorsorge wird umgestellt: Gestartet wird eine Großoffensive.

Dr. Röhrborn schult Hausärzte für Screening

 Mit einem auf zunächst fünf Jahre angelegten Screening-Programm soll Hautkrebs bei mehr Menschen früher erkannt werden. Ab 1. Juli zahlen die Kassen gezielte Vorsorgeuntersuchungen schon ab dem 35. Lebensjahr. Ganz im Zeichen der Gesundheitsvorsorge stand der Samstag daher für 20 Allgemeinmediziner aus der heimischen Region, die sich einen ganzen Tag lang auf die neue Vorsorgeleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung, das Hautkrebs-Screening, vorbereitet haben.  Der Kursleiter, Hautarzt Dr. Wolfgang Röhrborn aus Werl, instruierte die beteiligten Ärzte über den strukturierten Ablauf der Hautuntersuchung und über die Erkennung der verschiedenen Arten von Hautkrebs. Weitere Themen waren die Behandlung von Hautkrebs, aber insbesondere auch die Vorsorge, welche ganz wesentlich darin besteht, vorsichtig, geplant und bewusst mit der Sonne und der UV-Strahlung, also mit der Sonne und dem Solarium, umzugehen.  Deutschland führt am 1. Juli 2008 flächendeckend eine standardisierte Hautkrebs-Früherkennung ein. „Damit wird das Organ Haut jetzt erstmals auf eine hochrangige Vorsorgeposition gesetzt”, so Dr. Röhrborn aus Werl.   „Wer sich an einige Grundsätze hält, kann sein Risiko deutlich vermindern.” Dr. Wolfgang Röhrborn    Neu ist aber auch, dass jetzt die Hausärzte in das System eingebunden sind. Bisher sind schon etwa 10 000 der 45 000 Hausärzte in Deutschland beteiligt, von rascher Zunahme ist auszugehen.  Der Patient kann in Zukunft wählen, ob er die Untersuchung beim Hausarzt, z.B. in Verbindung mit einer anderen Vorsorge machen oder ob er sich vom Hautarzt untersuchen lassen will. Sollte der Hausarzt auffällige Befunde feststellen, überweist er den Patienten zur Zweituntersuchung an einen Hautarzt. „Vorsorge gab es schon immer”, erklärt Dr. Röhrborn, „das war aber alles noch eher wenig strukturiert”. Jetzt wird systematisch versucht, eine größere Gruppe potentieller Hautkrebspatienten zu erreichen.  „Es handelt sich dabei um ein Großprojekt, welches in dieser Form weltweit bisher einmalig ist”, betont Dr. Röhrborn. Man hofft, mit Einbeziehung der Hausärzte in das Screening einen hohen Anteil der Bevölkerung ab 35 zu erfassen. Denn Hautkrebs ist auch eine Frage des Alters. Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter stetig zu. Immerhin hat sich die Häufigkeit von Hautkrebs seit 1980 versechsfacht. Abzuwarten bleibt, ob auch hierbei die Frauen aktiver sind: Bisher hat sich bei anderen Untersuchungen gezeigt, dass Frauen deutlich vorsorgefreundlicher sind mit bis zu 65 Prozent Beteiligung je nach Altersgruppe, bei Männern werden kaum 25 Prozent erreicht.  Diese neue Form des Hautkrebs-Screenings wird ab dem 35. Lebensjahr durchgeführt. Die für viele schon gewohnte Vorsorge beim Hautarzt ab dem 20. Lebensjahr wird wohl von den Kassen weiterhin übernommen werden, gehört aber dann nicht in das neue Großprojekt Hautkrebs-Screening.  „Eine rechtzeitige Diagnose von Hautkrebs ist gut. Besser ist natürlich, erst gar nicht zu erkranken. Wer sich an einige Grundsätze hält, kann sein Risiko deutlich vermindern”, sagt Dr. Röhrborn. Dazu gehört, die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden. Südländer halten in dieser Zeit ihre Siesta. Natürlich ist in den südlichen Regionen die Sonneneinstrahlung noch deutlich stärker als hier. Im Urlaub helfen Lichtschutzmittel, Kopfbedeckungen mit breiter Krempe, textiler Kleidungsschutz und auch eine Sonnenbrille wegen der Gefahr von Augenschäden.  Auch sollte jeder Solariengänger seine Gewohnheiten überdenken. 50-mal Sonne im Jahr ist genug. Es zählt dabei jeder Solarienbesuch, jeder Urlaubstag am Strand, der Tag im Freibad, aber auch die ausgiebige Arbeit im Garten.

Thomas NITSCHE

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