Diskussionen um Kegelbahn in Möhnetalhalle

Allagen..  Nach stehenden Ovationen folgen heißblütige Diskussionen. Die Generalversammlung der Allagener Schützenbruderschaft St. Sebastianus bot ein Wechselbad der Gefühle und Stimmungen.

Grund dafür war die Beschlussfassung, die Kegelbahn im Kellerraum der Möhnetalhalle sei nicht mehr tragbar und rentabel und müsse geschlossen werden. „Wir dürfen das jetzt nicht tot machen“, kommentierte Heinrich Münstermann den Antrag von Schützenoberst Walter Risse und plädierte auf Nicht-Schließung.

Dieser hatte verlauten lassen, dass durch die geringe Anzahl von vier Kegelclubs sowie nur einzelnen Vermietungen der Räumlichkeiten inklusive der Kegelbahn der Schützenverein rote Zahlen bei der Instandhaltung genannter Räumlichkeiten schreiben würde.

Dennoch will sich Risse in naher Zukunft mit den Kegelclubs zusammensetzen und über eine mögliche Schließung diskutieren. „Wir werden da einen vernünftigen Lösungsansatz finden“, versicherte der Schützenoberst und beruhigte die diskutierenden Schützenbrüder.

Dass die Allagener Schützenbruderschaft aber auch ganz harmonisch und einstimmig sein kann, bewiesen die Schützen dann bei den turnusmäßigen Wahlen. Dem bisherigen Schriftführer Berthold Risse galt nicht nur der Dank des Vorstands für seine zwölfjährige Arbeit, sondern auch die stehenden Ovationen der gut gefüllten Möhnetalhalle. „Ich habe das immer gerne gemacht. Es war eine schöne Zusammenarbeit, wir haben viel bewegt“, dankte Risse seinen Schützenbrüdern und gratulierte Hubertus Strugholz, der die Arbeit als Schriftführer in den kommenden vier Jahren übernehmen wird.

Zur Amtszeit überredet

Auch Andreas Filthaut, verdientes Mitglied im Allagener Schützenvorstand, hatte das Ende seiner Amtszeit angekündigt, konnte sich schlussendlich jedoch noch einmal für eine einjährige Amtszeit überreden lassen – ganz zur Freude der Allagener Schützen. Ebenfalls für eine weitere Amtszeit wurde Königsoffizier Thomas Roderfeld wiedergewählt.

Wie wichtig Traditionen, Werte und das Miteinander sind, bekräftigte Präses Raoul von Lieshout in seinen kurzen Grußworten. Oberst Walter Risse hob die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor: „Ein Schützenverein ist mehr als der Ausrichter eines dreitägigen Schützenfestes“, so Risse, während er im selben Atemzug auf zahlreiche Feste, Aktivitäten und Besuche des Schützenvorstands hinwies und den zahlreichen fleißigen Händen dankte. Und in Anbetracht der demographischen Entwicklung und dem geringer werdenden ehrenamtlichen Engagement sah es Risse für nötig, den Jahresbeitrag von 20 auf 26 Euro zu erhöhen, um aufkommende Kosten aufgrund ausbleibender Hallenvermietungen etc. stemmen zu können.

Keine Sorge um Schützenfest

Doch um das eigene Schützenfest beziehungsweise Hochfest, wie es Walter Risse titulierte, müssen sich die Allagener Schützen auch 2015 keine Sorgen machen. Das dreitägige Fest, bei dem ein Nachfolger für den Thron der Schützen gesucht wird, steht wie jedes Jahr unter einem guten Stern. Bei der Organisation gebe es keine Probleme.

Gleichzeitig durften Berthold Risse als scheidender Schriftführer, Dirk Cordes als stellvertretender Hauptmann der Mittelkompanie sowie Manuel Wolff für seine Jugendarbeit Ehrungen und Urkunden entgegennehmen. Ihrer Arbeit zollten die Schützenbrüder ebenfalls mit langanhaltendem Applaus Tribut.

Sieger des Wettschießens

Schlussendlich durfte aber auch noch kräftig gefeiert und gelacht werden. Wie jedes Jahr mit Spannung erwartet, wurde auch auf der diesjährigen Generalversammlung der Sieger des Kompanie-Wettschießens bekannt gegeben.

Aufgrund von überraschend guten Ergebnissen wurden dabei die Schießkategorien nach oben erweitert, während im Oktober 2015 die vier Schießabende angeboten werden sollen. Während sich im vergangenen Jahr die Südkompanie noch gegen Nord- und Mittelkompanie durchsetzen konnte, sicherte sich in diesem Jahr der Norden um Hauptmann Gregor Helle den Pokal mit 717 Ringen und feierte gleich mit seinem Schlachtruf: „Wo geht die Sonne auf? Im Norden geht die Sonne auf!“ Platz zwei belegte die Mittelkompanie (665 Ringe) vor der drittplatzierten Südkompanie (655 Ringe).