Diesmal reichten Florian die Flügel nicht mehr

Bisher waren es die Flügel, diesmal der ganze Vogel: Florian Wienecke jubelt nach dem Königsschuss. Ebenso seine Freundin Ina Förster, die mit ihm regiert.
Bisher waren es die Flügel, diesmal der ganze Vogel: Florian Wienecke jubelt nach dem Königsschuss. Ebenso seine Freundin Ina Förster, die mit ihm regiert.
Foto: Manfred Böckmann
Was wir bereits wissen
Am Ende jubelte Florian Wienecke. Er holte den letzten Rest beim Vogelschießen in Drewer von der Stange.

Drewer..  „Seit zwei Jahren hole ich den Flügel runter!“ Das reichte Florian Wienecke diesmal nicht mehr. Er gab unter der Vogelstange in Drewer alles – und holte sich nun auch noch den Titel – neben den Flügeln.

Gebaut wurde „Oskar II.“, wie er getauft wurde, wie immer in der Schreinerei Schönemann in Belecke, allerdings diesmal von eigenen Nachwuchskräften, nämlich Julian Schiermeister, Florian Wienecke und Thomas Scheideler. Ob der neue König, Nachfolger von Timo Teske, da einen gewissen Vorteil hatte?

90 Schuss für die Insignien

Mächtig Mühe geben mussten sich die Schützen jedenfalls schon bei den Insignien: Schießmeister Leo Schulte musste insgesamt 90 Patronen einlegen, ehe Apfel, Zepter und Krone zu Boden gefallen waren.

Den Apfel sicherte sich mit dem 10. Schuss Roger Pröhl, Rainer Nölle brauchte schon 21 weitere Schüsse, ehe die Krone fiel. Und weitere 58 waren für das Zepter nötig, das Volker Köhne zu Boden brachte. Da hatten einige schon den Tipp ausgegeben: „Auf die Mitte zielen, dann kommt das Zepter dann mit.“ Schießmeister Schulte schien zu verzweifeln: „Wenn ich zwei Schuss gemacht habe, weiß ich genau, wohin ich zielen muss.“ Schließlich gab er dann aber doch den Tipp, etwas tiefer zu zielen.

Der Tischler will alles haben

Nachdem nach einer Dreiviertelstunde das Schießen sich nun auf den ganzen Aar konzentrieren konnte, gingen die Schüsse nun vermehrt in die Mitte – auch von Florian Wienecke, der auch in diesem Jahr erst den linken, dann später auch den rechten Flügel zu Boden brachte. Den Vorschlag eines Mitkonkurrenten, „ich nehm’ den Flügel, du den Vogel“, ließ Wienecke nicht gelten – der 23-Jährige Tischler wollte alles haben. Zumindest dann, wenn die Musikkapelle „Harmonie“ Altenrüthen den Musikwunsch „Böhmischer Traum“ erfüllen werde. Der Wunsch war den Musikern Befehl.

Also zerlegte Florian Wienecke den Rest des Adlers weiter. Allerdings brauchte er nicht alleine zu schießen, da der eine oder andere Schütze auch unter die Vogelstange trat, um Unterstützung zu leisten. So holte schließlich Tim Meinold den Schwanz. Die vordere Platte des Körpers, anschließend ein hinteres Teil, gingen dann aber wieder auf das Konto des 23-Jährigen. Und der besorgte schließlich auch den Rest. Somit war um 12.30 Uhr das spannende Schießen vorbei. Nach 239 Schuss war auch der letzte Rest aus dem Kugelfang entfernt.

Königin aus Effeln

Prompt gratulierten zahlreiche Schützen und Freunde zum Sieg. Ganz besonders kamen die Glückwünsche natürlich von Ina Förster. Die 23-jährige Zahnarzthelferin aus Effeln ist nämlich die neue Königin.

Das neue Königspaar samt Gefolge stand am Nachmittag im Mittelpunkt des Geschehens, als diese zum Festzug abgeholt und durch den Ort geleitet wurden. In der Hubertushalle wurde anschließend noch bis tief in die Nacht gefeiert.