Die Stunde der Großeltern

Streik in den Kindertagesstätten..  Zuerst streiken die Piloten, dann die Bahnbediensteten - und nehmen die Reisenden und unser Land in Geiselhaft. Es scheint Mode geworden zu sein, den Arbeitgeber (ob berechtigt oder nicht) zu erpressen wenn den eigenen Forderungen nicht sofort nachgegeben wird.


Und ab Montag streiken unbefristet die Erzieher/innen der Kindergärten im Stadtgebiet (warum streikt der Nachbarort Rüthen nicht?). Leider sind die Leidtragenden unsere Kinder! Auch Notgruppen lösen das Problem nicht – denn die Kinder werden aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen! Zahlenmäßig kann sowieso nur ein Bruchteil der Kinder in den zwei Notgruppen betreut werden (für alle neun Ortsteile stehen nämlich 50 Notplätze zur Verfügung).


Bei drei Ein-Tages-Streiks in den vergangenen Wochen mussten notgedrungen schon die Großeltern bei der Betreuung einspringen. Nur was macht zum Beispiel ein allein erziehender Elternteil ohne Verwandtschaft vor Ort? Was sagt dessen Arbeitgeber? Welche Belastung und welcher Ärger kommt auf ihn zu? Die Kleinsten dürfen nicht zum Spielball einer sturen Gewerkschaft oder den Kommunen als Arbeitgeber werden. Wie sonst soll ich meinen Kindern beibringen, dass man seinen Willen nicht ohne Rücksichtnahme anderen gegenüber durchsetzen kann, wenn die Großen so ein schlechtes Vorbild sind?!


Es schlägt also in den nächsten Wochen wieder die Stunde der Großeltern und dafür meine größte Hochachtung und auch Dank! Nur gut, dass meine Eltern und Schwiegereltern nicht gewerkschaftlich organisiert sind!


Hans-Rainer Tacke
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Warstein