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Die Last der guten Tat

08.04.2011 | 16:55 Uhr
Die Last der guten Tat
So fing es 2010 an: Peter Weiken bedachte zuerst die Offene Ganztagsgrundschule mit einer Spende.

Rüthen.Was macht Peter Weiken eigentlich mit seinem Geld? Richtig: Das ist seine Privatsache. Bis auf die 20 000 Euro, die der Bürgermeister zur Einlösung seines Wahlkampf-Versprechens stiften wollte. Hat er das? Nein.

Nein, hier wird nicht von einem vermeintlichen Skandal geschrieben. Das Geld ist einfach nicht komplett abgerufen worden. 20 000 Euro seines Jahresgehaltes hatte Weiken spenden wollen: So lautete sein Versprechen im Wahlkampf, falls er Bürgermeister werden würde. Seine einzige Bedingung war, das Geld musste etwas mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun haben.

Der Stand nach über einem Jahr: Exakt 8918,90 Euro hat Weiken bislang spenden können. Was wer im Einzelnen erhalten hat, darüber soll hier nicht die Rede sein. Die größte Einzelspende bekam mit 3000 Euro der finanziell notorisch klamme Kinderschutzbund in Rüthen für seine Arbeit und für die Ausrichtung der Ferienspiele im vergangenen Jahr. Weiken half anderen Vereinen und Institutionen; er unterstützte auch ein Kind, das an einer Fahrt teilnehmen wollte, aber dessen Eltern sich dies nicht leisten konnten, er ermöglichte einem anderen Kind die musikalische Früherziehung – „wie es eben gebraucht wurde“.

„Eine Hemmschwelle“

Keinen einzigen Antrag auf Unterstützung hat Weiken abgelehnt. Im Vorfeld hatte er auch allen Schulleitern mitgeteilt, dass sie ihn ansprechen könnten, wenn sie in ihren Schulen etwas von Problemen erfahren. Dennoch: Spenden an einzelne arme Bürger sind nahezu ausgeblieben. „Da ist offenbar eine Hemmschwelle“, hat Weiken erkannt: „An die Gruppen, an die ich dachte, kommt man nicht heran. Die bitten nicht um Hilfe, die sagen es nicht.“

Seine gute Tat hat ihm Schlagzeilen eingebracht. Inzwischen möchte Peter Weiken über seine Spendenaktion eigentlich gar nicht mehr so gerne öffentlich reden. Es ist ihm nämlich auch schon vorgeworfen worden, sich darüber in ein günstiges Bild setzen zu wollen. Auch bei anderen Bürgermeistern kam Weikens Vorbild gar nicht so gut an – da würden Erwartungshaltungen aufgebaut, hieß es.

Auch eine gute Nachricht kann offenbar leicht ins Negative abgleiten. Weiken stellt klar heraus: „Es war alles ohne Hintergedanken. Ich will mich doch nicht mit Geld profilieren.“ Er sieht es so: „Ich musste doch hier im Rathaus ebenfalls eingearbeitet werden. Wenn man in eine Firma einsteigt, fängt man doch auch nicht mit dem Spitzengehalt an. Ich wollte einen Teil davon wieder abgeben. Dazu stehe ich.“ Seine Spendenaktion geht weiter.

Jürgen Kortmann

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