Die Kloster-Schlammschlacht geht weiter

Kloster Mülheim.
Kloster Mülheim.
Foto: WP
Die Schlammschlacht um das ehemalige Kloster Mülheim geht in die nächste Runde – und sie nimmt dabei immer groteskere Züge an: Nun hat Klosterbesitzer Joachim Ney Strafanzeige wegen Betruges und Insolvenzverschleppung gegen Oliver Pöpsel gestellt. Es sind genau jene Vorwürfe, wegen denen sich Ney selbst am 2. Juli vor dem Amtsgericht Soest verantworten muss.

Mülheim/Sichtigvor.. Mit der Frage nach der Gültigkeit des im Jahre 2012 geschlossenen Kaufvertrag zwischen Pöpsel und Ney steht und fällt alles, was am Kloster passieren kann. Nun hat Joachim Ney bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg wegen dieses Kaufvertrages Anzeige gegen Oliver Pöpsel gestellt. Sein Vorwurf: Betrug. In der Bergündung, die der Redaktion vorliegt, heißt es: „Der Kaufpreis ist bis heute nicht vollständig bezahlt worden, ohne dass es zu irgendeiner Zeit zu der Feststellung gekommen ist, dass der Kaufvertrag möglicherweise unwirksam ist oder ein wirksamer Rücktritt erfolgt sei. Die Kaufpreisverpflichtung besteht nach wie vor.“ Die Staatsanwaltschaft wird nun klären müssen, ob sie die Ermittlungen gegen Oliver Pöpsel aufnimmt und seine Stellungnahme zu dem Sachverhalt einholt.

Zweiter Teil des Kaufpreises

Ungeachtet dessen hatte Joachim Ney bereits per Gerichtsvollzieher versucht, den zweiten Teil des Kaufpreises durch eine Zwangsvollstreckung gegen Oliver Pöpsel zu bekommen. Diese Zwangsvollstreckung stellte das Landgericht Arnsberg jedoch am Dienstag vergangene Woche gegen eine Sicherheitsleistung ein. Dazu muss Oliver Pöpsel eine Bankbürgschaft in Höhe von 27 000 Euro vorlegen. Dies wird nach Informationen unserer Zeitung im Laufe dieser Woche passieren.

Kein Zahlungsanspruch erkennbar

Das Landgericht begründet die einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung mit der glaubhaften Darstellung Pöpsels, dass er den Restbetrag des Kaufpreises des Klosters Anfang Dezember 2012 vereinbarunsgemäß an einen weiteren Gläuiger Neys gezahlt habe. Hierzu habe Pöpsel entsprechende Schriftstücke vorgelegt. In dem Beschluss des Landgerichts heißt es dazu: „Dem Antragsgegner (Ney, Anmerkung der Redaktion) steht daher gegenwärtig kein Zahlungsanspruch gegenüber dem Antragssteller (Pöpsel, Anmerkung der Redaktion) zu, aus dem die Zwangsvollstreckung betrieben werden könnte. Auf die Frage der Nichtigkeit des Kaufvertrages kommt es hierbei nicht an.“ Oliver Pöpsel hatte bereits eine einstweilige Verfügung gegen Joachim Ney angestrebt, nachdem Ney wiederholt Dokumente zweifelhaften Ursprungs in Umlauf gebracht hatte, die den Eindruck erweckten, dass Oliver Pöpsel zahlungsunfähig sei. Nach den erneuten Aktivitäten Neys in dieser Sache beriet das Landgericht Arnsberg gestern über Konsequenzen für Joachim Ney wegen des Verstoßes gegen diese einstweilige Verfügung. Eine Entscheidung, in welcher Höhe Joachim Ney mit Ordnungsmaßnahmen zu rechnen hat, wird für heute erwartet. Denkbar ist auch die Anordnung einer Ordnungshaft.