Die flotte Truppe aus Kneblinghausen
20.06.2011 | 17:29 Uhr 2011-06-20T17:29:00+0200
Kneblinghausen.Am Ende war es die Ein-Mann-Vorstellung des Robert Oesterhoff. Linker Flügel, rechter Flügel, Hinterteil, schließlich der Rest des Vogels – völlig zu Recht ist der 47-Jährige der neue Schützenkönig der St.-Nikolaus-Bruderschaft.
Schlag 12 Uhr fiel der Vogel, nach gerade einmal 35 Minuten. Sein Erbauer Franz Skrotzki hatte ihm zuvor 100 Schuss vorausgesagt, wenn man denn treffsicher wäre. Und treffsicher waren die Schützen allemal. 93 Schuss waren es schließlich.
Um Kandidaten müsse man sich keine Sorgen machen, hatte Ortsvorsteher Friedhelm Thomas aus Thekengesprächen am Vorabend herausgehört: Die gab es im Vorfeld offenbar ausreichend. Vorjahreskönig Patrick Will holte sich bereits mit dem dritten Schuss die Krone (das kostet 100 Glas Bier im Dorf), Hauptmann Reimund Staba mit dem 28. das Zepter (gleich 75 Glas Bier) und Dirk „Olli“ Müchler drei Schuss weiter den Apfel (der 50 Glas Bier bedeutet).
Den folgenden Schützen merkte man sofort an, dass sie nicht nur pro forma unter die Vogelstange traten – die wollten es werden: Christian Witthaut ebenso wie Manfred Erdmann oder Thorsten Biermann, Präsident des Karnevalsvereins und Sohn des Vorsitzenden Herbert Biermann. Da war es dann auch zu spät, als jemandem einfiel, dass Pastor Dieter Moors doch noch keinen Ehrenschuss abgegeben hatte... Höflich ging es zu: „Lässt du mich einmal vor?“, fragte Biermann den Mitbewerber Oesterhoff. Der ließ ihn auch vor, Biermann traf, und prompt drehte sich der Vogel. „Hey“ riefen da die Musiker der Spielleute aus Suttrop – und schlugen schon mal auf die Pauke. Etwas zu früh: Jetzt machte Robert Oesterhoff ernst. Bei seinem Zielvermögen könnte er auch Leiter einer neuen Schießsportvereinigung in Kneblinghausen werden. So ist er bisher der rührige Vorsitzende des Tischtennisvereins im Dorf. Alle freuten sich, als er den Vogel abschoss. Der 47-Jährige regiert mit seiner Frau Heike, mit ihnen freuen sich die drei Kinder. Oesterhoff arbeitet als Lagerist nebenan bei den Meister-Werken.
Und die heiß gehandelten Kandidaten vom Vorabend? Die brauchten gestern gar nicht erst antreten. Vielleicht sind sie dann die Bewerber im nächsten Jahr. Glückliche Nikolaus-Bruderschaft. Ermittelt wurde gestern auch der neue Geckkönig: Marcel Wallrabe, der sich Maik Erdmann zur Königin nahm.
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