Die Eltern aus erster Hand informieren

Die Erzieherinnen machen ihre Forderungen deutlich: Hier am Waldspielplatz im Bilsteintal.
Die Erzieherinnen machen ihre Forderungen deutlich: Hier am Waldspielplatz im Bilsteintal.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Warsteiner Erzieherinnen hatten Eltern und ihre Kinder am Dienstag zu einer Aktion auf den Waldspielplatz im Bilsteintal eingeladen. Dabei informierten die Streikenden die Eltern über ihre Sicht der Dinge.

Warstein..  „Wir möchten zeigen, dass sich unser Streik nicht gegen die Eltern und die Kinder richtet“, betont Betty Krueger, eine der Erzieherinnen. „Es ist einfach schade, dass Warsteiner Eltern die Leidtragenden sind.“

Das sei nicht das Ziel ihres Ausstands. Zudem seien die Erzieherinnen unzufrieden mit der Berichterstattung in den Medien. „Wenn ich wirklich 3200 Euro Brutto verdienen würde, bräuchte ich nicht hier sein“, so Krueger.

Daher auch die Aktion am Waldspielplatz: „Wir wollen mit den Eltern ins Gespräch kommen und die einfach ein bisschen aufklären“, erklärt sie weiter. Während die Kinder also malen, basteln, schaukeln und toben, sind die Erwachsenen ins Gespräch vertieft. „Heute morgen war ich sauer, weil in der Presse stand, dass ver.di nicht von den zehn Prozent runtergeht“, verrät Anja Albersmeier, die als Mutter gekommen ist, um sich selbst ein Bild zu machen, „hier habe ich erfahren, dass von den Arbeitgebern nichts kommt.“

Informationen fließen zäh

Auch Madlen Morgenweck fühlt sich falsch informiert. „Durch das Gerede im Internet kommen Gerüchte auf“, findet die Mutter, „wenn man dann mal die Erzieherinnen fragt, wie es ist, kommt man da eher wieder runter.“ Für Mutter Heike Meier ist besonders der Kontakt von Bedeutung. „Momentan hört man ja nur Lokführerstreik“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass man die Erzieherinnen trifft und merkt, dass die auch nicht besser informiert sind und nicht weiterkommen.“ Außerhalb der eigenen Aktionen wolle man auch die Kolleginnen in Neheim und Lippstadt unterstützen und zu Kundgebungen gehen, kündigt Betty Krueger an. In Neheim war gestern früh ein Demonstrationszug zum Arnsberger Rathaus geplant. „Die Arbeitgeber wollen die Streiks offenbar aussitzen und haben bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt“, so ver.di-Bezirksgeschäftsführer Wolfgang Schlenke. „Wir erwarten, dass die kommunalen Arbeitgeber ihre Blockadehaltung beenden und uns ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.“ Dann könne auch in kurzer Zeit der Streik ausgesetzt werden.

Druck auf Bürgermeister vor Ort

Gemeinsam mit den Eltern haben die Streikenden schon vergangene Woche Druck auf die Bürgermeister ausgeübt, damit sie sich für eine Aufwertung der Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst einsetzen, so die Gewerkschaft. Da bisher noch keine Reaktion erfolgt sei, werde ver.di die Streiks fortsetzen.

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