Die Bürger geben den Weg vor

Stadtidentität ist ein Dauerthema in deutschen Mittelstädten. In der Literatur findet man eine Vielzahl an wissenschaftlichen Ausarbeitungen zum Thema Stadtidentität und Stadtmarketing. Stadtidentität setzt voraus, dass Menschen sich zu ihrer Stadt bekennen, in der sie leben. Stadtidentität ist das Zusammenspiel von Bürgern, Wirtschaft, Stadtverwaltung und Politik.


Enorm wichtig ist, dass Stadtidentität und Stadtmarketing maßgeblich von Bürgern und Wirtschaft gesteuert und beeinflusst werden. Ist kein Engagement seitens der Bürger und Unternehmen vorhanden, wird sich nie eine gelebte Stadtidentität entwickeln. Stadtidentität kann nur aus einem Wir- Gefühl der Menschen in einer Stadt entstehen. In Warstein ist das Problem mangelnder Stadtidentität anders bedingt. Es mangelt uns nicht an Bürgerengagement und Unternehmen, die sich für die Stadt einsetzen. Ganz im Gegenteil. Vor allem die Bürger bringen sich mit vielen Ideen, Anregungen und Projektvorschlägen für eine positive Stadtidentität ein. Allerdings werden diese vielen Impulse nicht an einer zentralen Stelle erfasst und wirksam vermarktet.


Wir benötigen eine Managementzentrale, die von jungen Leuten geführt wird, die sich zu ihrer Region bekennen, die unvoreingenommen von alten Konflikten und negativen Stimmungen sind, die selbst frische Ideen und Innovationen für die Region mitbringen und die fähig sind, die Identität ihrer Stadt nach innen und nach außen zu kommunizieren. Das hierzu notwendige Instrument ist ein Verwaltungs- und parteipolitisch unabhängiges Stadtmarketing. Mit „We love Warstein“ setzen wir uns seit über einem Jahr dafür ein, dass sich im Stadtgebiet Warstein eine Stadtidentität etabliert. Dabei sind wir auf einem guten Weg.


Wie schon gesagt, kann eine erfolgreiche Stadtidentität nur aus dem beidseitigen Vertrauen und Zusammenspiel von Bürgern, Unternehmen, Stadtverwaltung und Politik entstehen. Die Verwaltung und Politik dürfen in diesem Prozess nicht die Marschroute vorgeben, sondern sollten alle dazu notwendigen Ressourcen freigeben. Wir müssen davon weg kommen, dass Bürgerinteressen aufgrund mangelnder Kreativität und Optimismus von Entscheidern aus der Politik und Verwaltung abgelehnt werden.
Das Ziel ist „Wir lieben Stadtgebiet Warstein”.


Frederik Cramer, Warstein