Der Zusammenhalt ist Rüthens Stärke

Gründungsfeier und Einschulung der ersten Fünftklässler, Private Sekundarschule Rüthen.
Gründungsfeier und Einschulung der ersten Fünftklässler, Private Sekundarschule Rüthen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine ganz persönliche Rückschau auf das endende Jahr 2014 hält Bürgermeister Peter Weiken im WP-Gespräch. Zwei Punkite hebt er dabei hervor: Das Flüchtlingsheim im haus Maria vom Stein und die Private Sekundarschuie.

Rüthen..  „Das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt sind das, was Rüthen ausmacht und seine Stärken sind“, sagt Bürgermeister Peter Weiken. Gemeinsam halten wir Rückschau auf besondere Ereignisse des endenden Jahres. Zwei Entwicklungen ragen besonders heraus, die den Bürgermeister zur genannten Einschätzung führen. Da ist zum einen die Planung und Eröffnung der Privaten Sekundarschule, zum anderen das Einrichten eines Flüchtlingsheimes im Haus Maria vom Stein.

Zunächst zu Letzterem: „Als ich am 26. September den Anruf der Bezirksregierung mit der Nachricht erhielt, dass hier ein Flüchtlingsheim eingerichtet wird, habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie kurzlebig Gedanken sein können.“ Diese hatten zuvor immer auf ein Seniorenheim gezielt, das die Vincentinerinnen in ihrem ehemaligen Schwesternwohnheim eröffnen wollten. Schaffen von Arbeitsplätzen, Ansiedlung von Dienstleistern und Gastronomie, Nutzung des Schwimmbades auch für die Allgemeinheit – dies waren Gedanken, die Weiken damit verband. „Mit einem Schlag hatte sich das erledigt.“ Für ihn selbst, Bürger, Politik und Verwaltung habe es geheißen, sich in die neue Situation hineinzufinden. Hervorragend sei das gemeistert worden, urteilt der Bürgermeister und erklärt, woran es liegt: „Es ist eine Stärke der Stadt und ihrer Einwohner, jeder Situation das Beste abzugewinnen.“ Durch diese Sichtweise wurde aus dem Verlust ein Gewinn. Die Menschen könnten ihre Hilfsbereitschaft beweisen, die Stadt profitiere auf verschiedene Weise. So erinnert Weiken daran, dass nun ebenfalls Arbeitsplätze entstanden sind, dass keine Zuweisungen von Asylbewerbern mehr erfolgen, für deren Unterbringung die städtischen Kapazitäten erschöpft waren und dass mit höheren Schlüsselzuweisungen durch das Land zu rechnen ist. Dies gilt für jeden bis zum heutigen Stichtag registrierten Bewohner des Flüchtlingsheims. Weiken addiert auf rund 200 000 Euro, die 2016 fällig würden.

Anhaltendes Engagement

Das Seniorenheim sei seine erste Wahl gewesen. „Aber ich konnte nicht wählen“, räumt der Bürgermeister ein. So habe sich bei ihm wie bei vielen anderen „der Gedanke durchgesetzt, dass man diesen Menschen helfen muss“. Besonderer Dank gelte in diesem Zusammenhang allen Spendern und Helfern, allen voran dem Arbeitskreis Asyl. Peter Weikens Wunsch: „Ich hoffe, dass das Engagement anhält und alles so ruhig weitergeht.“

Hier trifft zu, was auch für die Private Sekundarschule gilt: „Einer alleine hätte das nicht so gut hinbekommen“, zollt Peter Weiken allen Beteiligten Respekt. Träger- und Förderverein sowie Politik und Verwaltung hätten hier gemeinsam an dem sprichwörtlichen Strang gezogen. „Solche Projekte sind schnell zum Scheitern verurteilt, wenn eine Seite versucht, sich zu profilieren“, zollt er allen Beteiligten Respekt.

Als Beispiel für gute Zusammenarbeit nennt er auch eine der größten Investitionen, die in Rüthen im endenden Jahr umgesetzt wurde. Mit 300 000 Euro trug die Stadt zum Bau des Kunstrasenplatzes in Kallenhardt bei, 80 000 Euro aber brachte der Verein selbst auf. Beeindruckt habe ihn auch das Zusammenwirken der Menschen in Altenrüthen, Oestereiden sowie Langen-straße-Heddinghausen. Alle drei Orte hatten am Dortwettbewerb teilgenommen. „Er bringt etwas für den Zusammenhalt und ändert die Sichtweise aufs Dorf“, sagt Weiken. Er selbst habe viel Neues über Aktivitäten erfahren, die auch geeignet seien, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.

Kritik an Parteipolitik

Doch es war aus Sicht des Bürgermeisters nicht nur alles eitel Sonnenschein. Als Unparteiischer übt er Kritik an der (Partei-)Politik. Nach den guten Erfahrungen mit der Zusammenarbeit zwischen den Parteien in seiner ersten Wahlperiode, in der keine die absolute Mehrheit hatte, habe er sich „gewünscht, dass sich das gute, kompromissorientierte Klima fortsetzt“. Jetzt, da die CDU die Mehrheit habe, sei das in den letzten Monaten nicht immer ganz gelungen. „Ich hoffe, dass die Ankündigungen von Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft nicht nur leere Worte und die Reibereien nur ein Zwischenspiel waren“, gibt er der Mehrheitsfraktion mit auf den Weg ins neue Jahr.