Den Parteien gehen die Kandidaten aus

Rathaus Warstein.
Rathaus Warstein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es dreht sich, das Personalkarussell der Bürgermeisterkandidaten – und das teilweise schneller, als so manchem lieb ist. Nachdem Stephan Buschhoff vergangene Woche seine Bewerbung als CDU-Kandidat überraschend zurückgezogen hatte (wir berichteten), muss sich nun die SPD auf die Suche nach einem neuen Kandidaten machen.

Warstein.. Der Wunschkandidat der Genossen, Günter Wagner, hat sich gegen eine Kandidatur entschieden. Für SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Holger Deimer ein herber Verlust.

„Günter Wagner und Stefan Redder wären im Warsteiner Rathaus sicherlich ein super Team gewesen“, ist Deimer überzeugt, dass die beiden Finanzfachmänner als Bürgermeister und Kämmerer gut harmoniert hätten, „Wagner wäre als parteiloser Bürgermeister zudem jemand gewesen, der über Parteigrenzen hinweg Interessen hätte vertreten können.“

Doch an eben diesen Parteigrenzen scheiterte offenbar der notwendige Rückhalt für den SPD-Wunschkandidaten. Nachdem CDU und SPD zunächst einen gemeinsamen Kandidaten in Betracht zogen – „Da wäre Wagner als Parteiloser gut gewesen“, meint Deimer – platzte dieses Vorhaben, als plötzlich die Namen der beiden CDU-Kandidaten in der Öffentlichkeit auftauchten: Mit Stephan Buschhoff und Thomas Schöne zwei reine CDU-Männer. „Wir haben von vorneherein gesagt, dass wir keinen reinen CDU-Mann unterstützen können“, sagt Deimer, „gerade ein gemeinsamer Kandidat braucht einen breiten Rückhalt. Mit diesem wird es jedoch schwierig, wenn er eine parteipolitische Farbe hat.“ Umso froher sei er gewesen, dass er Günter Wagner, Kämmerer der Nahbargemeinde Möhnesee, für eine Kandidatur hätte bewegen können, erklärt Deimer. „Der Mann wäre gut für Warstein gewesen.“ Dass Wagner sich nun angesichts der fehlenden Unterstützung außerhalb der SPD gegen eine Kandidatur entschied, kann Deimer nachvollziehen: „Ohne die Unterstützung ist dieser Job nicht möglich.“

WAL von Schöne überzeugt

Nachdem die BG sich nach wie vor offen hält, ob sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, hat die WAL sich entschieden: „Wir werden Thomas Schöne unterstützen“, erklärte WAL-Vorsitzender Werner Braukmann gestern gegenüber der WESTFALENPOST, „er hat sich bei uns vorgestellt und einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Ein Bürgermeister ist für alle Bürger da, das gilt auch schon vor der Wahl – egal, welche Partei ihn vorschlägt. Von daher unterstützen wir die Kandidatur Schönes, auch wenn er parteipolitisch aus einer ganz anderen Ecke kommt.“ Braukmann blickt zuversichtlich auf die Wahl: „Wenn es dabei bleibt und Thomas Schöne kandidiert, dann gehen wir guten Zeiten entgegen.“

Schwierige Zeiten dürften es dagegen für das Miteinander von CDU und SPD werden: „Es wird bestimmt Auswirkungen auf die Zusammenarbeit miteinander geben“, sieht SPD-Chef Holger Deimer viel zerschlagenes Porzellan in der Bürgermeisterdebatte. Ihn ärgert vor allem der fehlende Wille zum konstruktiven Zusammenarbeiten: „Das Beste wäre gewesen, wir hätten die Köpfe zusammengesteckt und gemeinsam etwas auf die Beine gestellt. Aber das scheint nicht möglich.“ Deimer zieht Parallelen zu dem Warsteiner Dauerthema: „Wie lange versucht man es in Warstein schon mit der B55n? Wenn wir bestimmte Sachen nicht einfach mal zusammenmachen, dann kommen wir nicht weiter.“

Keine Zugeständnisse an die CDU

Zugeständnisse seitens der SPD dürfe die CDU in nächster Zeit nicht erwarten. „Ich glaube schon, dass ich das im Hinterkopf behalten werde, dass sie uns daran gehindert haben, einen guten Mann nach Warstein zu holen“, so Deimer. Er traf sich gestern Abend mit seinen Vorstandskollegen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. „Ich habe ein paar Leute aus den eigenen Reihen im Auge, denen ich eine Kandidatur zutrauen würde“, so Deimer, „das müssen wir nun besprechen, wie wir da vorgehen. Fest steht: Wir werden jetzt nichts überstürzen.“ Ebenso sicher: „Wir bleiben dabei: Wir werden keinen CDU-Kandidaten unterstützen.“