Demografischer Wandel am konkreten Beispiel

Kallenhardt..  Der demografische Wandel ist mehr als ein Schreckgespenst. Er ist längst in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens angekommen. Dies erfuhren die südwestfälischen CDU-Landtagsabgeordneten Werner Lohn Eckhard Uhlenberg, Klaus Kaiser und Thorsten Schick ganz konkret am Beispiel Kallenhardts. Dort machten sie im Rahmen ihrer zweitägigen Tour durch Südwestfalen Station, dort lieferte Ortsheimatpfleger Rainer Geesmann Zahlen.

Einwohnerschwund

Ende der 1990er Jahre hatte Kallenhardt mit 1880 Bürgern seinen höchsten Einwohnerstand. Mit Stand Ende 2013 waren es noch 1660. „Die Probleme sind längst hier angekommen“, betonte Bürgermeister Peter Weiken – auch wenn Kallenhardt als vorbildhaft gelten könne. Hier gebe es immerhin noch den Kindergarten, die Schule (wenn auch als Teilstandort), einen kleinen Laden und eine Metzgerei, dazu Gastronomie und ein touristisches Angebot.

„Knallharte Standortnachteile“ nannte Kaiser, der auch Bezirksvorsitzender der CDU als Nachfolger Uhlenbergs ist, das Fehlen einer flächendeckenden schnellen Internetversorgung auf dem Land oder die marode oder fehlende Verkehrsin-frastruktur. „Der Verkehr bricht zusammen, wenn es an die Sanierung der vielen schadhaften Brücken geht. Dann sind ganze Dörfer abgeschnitten“, verwies Lohn auf ein weiteres akutes Problem. Gebraucht wird nach Überzeugung der CDU-Politiker nach ihren Gesprächen mit Unternehmern in Südwestfalen daher eine verbindliche Schwerlastverkehrstrecke, die das zeitnahe Erreichen des Duisburger Hafens garantiert. So greift verkehrs- und wirtschaftspolitisch ein Rad in das andere.

Für Kallenhardt zuversichtlich stimmt Rainer Geesmann, dass es aktuell keine leer stehende Wohnimmobilie gibt – außer der Problemfälle vor allem in der Burgtorstraße. Dort stehen aus dem ursprünglich bäuerlichen Baubestand Häuser leer – auch weil der Denkmalschutz Probleme bereitet. Die Hoffnung der Kallenhardter wie des Bürgermeisters ruhen darauf, dass es gelingt Kindergarten und Schule zu erhalten. Positive Signale liefere im Bereich wirtschaftlicher und touristischer Entwicklung der Bikepark. Dort so Geesmann, zähle man an Wochenenden bis zu 100 Autos auf dem Parkplatz.

Einen Appell richtete Klaus Kaiser im Namen seiner Kollegen an die Bewohner des ländlichen Raumes: Chancen zu nutzen, wie dies durch die Regionale der Fall war und wie sie nun auch das Leader-Programm wieder biete. Auch kleine Projekte, von bürgerschaftlichem Engagement getragen, hätten hier die Chance auf Förderung. „Leader läuft nicht, wenn die Bürger nicht mitmachen“, so Kaiser. Oder wie Geesmann zusammenfasste: „Nur gemeinsam wird man stark.“