Debatte über Einzelhandel soll auf solider Basis beruhen

Warstein..  Im Möhnetal ist die Bevölkerung eher gestiegen, in Belecke dagegen deutlich zurückgegangen und auch die Geschäftswelt im Stadtgebiet hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. „Wenn wir über den Einzelhandel sprechen, brauchen wir aber eine vernünftige Datenbasis“, forderte SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Flaig. Das bestehende Gutachten der Firma CIMA aus dem Jahr 2007 solle daher aktualisiert werden. „Das sind alte Daten.“

Zustimmung erhielt ein entsprechender SPD-Antrag von der CDU. „Wir kommen ohne ein Gutachten nicht aus“, erklärte Wolfgang Lutterbeck. Er forderte, nicht wieder denselben Gutachter zu beauftragen, um frische Ideen zuzulassen. Auch die Stadt würde eine Aktualisierung begrüßen, wie Fachbereichsleiterin Sabine Leitner betonte.

Aus dem letzten Gutachten der Firma CIMA war die Ausweisung von zwei Zentralen Versorgungsbereichen in Warstein und Belecke ausgegangen, die aber nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Fördermöglichkeiten suchen

Jochen Köster (BG) sieht ein weiteres Gutachten daher skeptisch. „Das wird die Stadt auch nicht umkrempeln“, sagte er, „dann können wir genauso gut auf unseren gesunden Menschenverstand hören“. Denn eine neue Studie dürfte um die 50 000 Euro kosten. „Dabei liegt doch auf der Hand, was wir brauchen – zum Beispiel einen Drogeriemarkt im Möhnetal“, erklärte Manfred Weretecki (Linke), der ein Gutachten ebenso für verzichtbar hält.

„Als Laien können wir die Veränderung der Kaufkraft nicht erfassen“, widersprach Wolfgang Landfester (WAL), woraufhin Köster vorschlug, zu prüfen, ob Fördermittel beantragt werden könnten. „Dann können wir neu diskutieren.“

So fand der Ausschuss am Ende trotz teils unterschiedlicher Auffassungen einen einstimmigen Beschluss, nach dem die Verwaltung Angebote für ein Gutachten einholen und Fördermöglichkeiten prüfen solle. Mit Beginn der Haushaltsberatungen nach der Sommerpause soll die Frage nach einem Einzelhandelsgutachten dann aufs Neue debattiert werden.