Daten von 22 Wassermessstellen öffentlich

Dr. Guido Mausbach, technischer Leiter bei Westkalk, misst mithilfe des Lichtlots die Tiefe des Grundwasserspiegels auf dem Steinbruchgelände.
Dr. Guido Mausbach, technischer Leiter bei Westkalk, misst mithilfe des Lichtlots die Tiefe des Grundwasserspiegels auf dem Steinbruchgelände.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Westkalk prüft, ob das Unternehmen die Daten seiner Grundwassermessstellen künftig auf seiner Unternehmens-Homepage zur Verfügung stellt. „Wir haben darüber nachgedacht, dies zu tun, haben bisher aber keine Veranlassung dafür gesehen.“ – Das sagte Westkalk-Geschäftsführer Franz-Bernd Köster auf Anfrage der WP, nachdem zuletzt in Leserbriefen die Frage aufgeworfen wurde, wieso Westkalk die Daten der Wassermessstellen nicht veröffentliche.

Warstein.. Köster verweist darauf, dass die Daten über den Stand des Grundwassers in den Steinbrüchen sehr wohl öffentlich zugänglich seien: „Es gibt 22 Messstellen des Landesamtes im Warsteiner Massenkalk, deren Daten online jederzeit einsehbar sind.“ Diese Messstellen liegen in der Verantwortung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). Über das Fachinformationssystem „ELWAS“ können hier die Stände des Grundwassers abgerufen werden. „ELWAS“ steht für „elektronisches wasserwirtschaftliches Verbundsystem für die Wasserwirtschaftsverwaltung“.

Mitte der 1970er-Jahre wurde ein Grundwasser-Messstellennetzwerk im Warsteiner Massenkalk eingerichtet. Aktuell befinden sich auf einer Fläche von rund 13 Quadratkilometern von der Wäster bis nach Kallenhardt insgesamt 83 solcher Messstellen. 22 davon werden vom LANUV überwacht und ihre Daten im „ELWAS“-System veröffentlicht. Die Daten der eigenen Messstellen überprüft Westkalk 14 Tage per „Lichtlot“ (siehe Infobox) oder nutzt sogenannte „Datenlogger“. Diese Mini-Computer speichern die Wasserstände alle 15 Minuten und werden regelmäßig ausgelesen. Hintergrund: Der bislang vorliegende Messturnus von 14 Tagen erwies sich als unzureichend für eine Bewertung und Analyse der teilweise sehr schnellen und großen Grundwasserschwankungen.

Diese kontinuierliche messenden Datenlogger nutzt Westkalk nach Aussage des Technischen Leiters Dr. Guido Mausbach „dort, wo es relevant ist.“ Dies betrifft beispielsweise Steinbrüche, für die gerade ein Genehmigungsverfahren läuft. Die Daten dieser Messstellen bekommt die Untere Wasserbehörde. „Die kann man sich dort auch jederzeit erfragen“, sagt Guido Mausbach.

Doch wofür ist der Stand des Grundwassers entscheidend? Seit mehr als 20 Jahren bilden die Schneider-Linien die Grenze: Nur bis zwei Meter oberhalb dieser Linien, die den Stand des Grundwassers angeben, darf im Warsteiner Raum Kalkstein abgebaut werden. Um zu schauen, wo das Grundwasser steht, werden die Messungen durchgeführt.

Auflagen bei zu geringem Abstand

Wenn der Abstand zur Oberfläche sich dauerhaft verringert, bekommt das Unternehmen Auflagen. „Entscheidend ist, dass hier kein dauerhafter See steht“, erklärt der Leiter des Qualitätsmanagements, Peter Dolch. Das Verfahren zur Messung des Grundwasserstandes erklärt er auch regelmäßig Besuchergruppen.

Franz-Bernd Köster sah bisher keinen Grund, die Daten zu veröffentlichen: „Wir halten da ja nichts bewusst zurück. Die Daten vom LANUV sind einsehbar und auf Nachfrage kommt man auch an weitere Daten dran.“

Nach den implizierten Vorwürfen, Westkalk wolle die Daten verheimlichen, sei nun die Veröffentlichung auf der Firmen-Homepage jedoch eine Überlegung wert.