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Religion

Das Schwere leicht sagen

22.04.2011 | 16:21 Uhr
Das Schwere leicht sagen
Reinhard und Ute Horn: Kinderleicht, sagen sie, können religiöse Themen vermittelt werden.

Lippstadt.Doch, meint Reinhard Horn, gerade kleine Kinder sind für religiöse Themen zu begeistern: „Wenn sie im Fragealter sind, dann sind sie so unverkrampft und unverbildet. Das ist einfach spannend“, sagt der Lippstädter Liedermacher. Mit einem neuen Buch und einer CD gibt er Erwachsenen jetzt Hilfestellung, wie sie für Kleinkinder Gott verständlich in den Alltag holen können.

Denn es gebe eine große Unsicherheit in jungen Familien, hat Horn beobachtet: Kinder sollten zwar durchaus im Glauben erzogen werden, aber häufig wüssten die Eltern nicht mehr, wie das praktisch geschehen könne – gerade dort, wo auch keine Großeltern da sind, die hier mit ihrer Erfahrung helfen könnten. „Da reißt der Gesprächsfaden zwischen den Generationen ab“, fürchtet der Liedermacher. Auch jungen Erzieherinnen in den Kindertagesstätten fehlten häufig diese Erfahrungen und der Zugang zu religiösen Themen. Auch für sie ist „Groß werden mit Dir, lieber Gott“ gedacht, das Reinhard Horn gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Ulrich Walter (Villigst) geschrieben hat.

Immer wiederkehrende Rituale sind das, was kleine Kinder benötigen. Reinhard und Ute Horn wissen das aus eigener Erfahrung: Auch ihre beiden Kinder hätten früher abends immer das gleiche Ritual benötigt – und bekommen. Die kurze Geschichte vor dem Einschlafen, das über den Kopf streichen danach und das Schlagen des Kreuzzeichens, um sich vom Tag zu verabschieden. „Ich bin aufgehoben, ich bin geborgen“: Diese Botschaft müsse Kindern vermittelt werden, betont Ute Horn. Zehn Minuten abends reichten, meint sie – und weiß dabei, wie groß die Belastung für Eltern geworden ist, Beruf und Familie zu vereinbaren. Aber diese immer gleichen zehn Minuten abends müssten sein. Über sie könnten Eltern dann mit ihren Kindern auch zu den scheinbar schwierigen religiösen Themen ins Gespräch kommen: Was zum Beispiel machen Engel?

Die Lieder, Geschichten, Rituale und Gebete in dem neuen Buch sollen Eltern ausdrücklich dazu ermutigen, die richtigen Worte zu finden und das Schwere leicht zu sagen. So könne auch die komplexe Ostergeschichte kleinen Kindern ohne weiteres vermittelt werden. „Es reicht aus“, meint Reinhard Horn, „bei Kindern ein Bild wachsen zu lassen“. Kinder wüssten, was traurig und was fröhlich sei – und Kinder fragten immer, ob eine Geschichte gut ausgehe: Und die Ostergeschichte, in der der Tod nicht das Ende, sondern nur eine Zäsur ist, in der Jesus durch das Dunkle ins Licht gehe, ende schließlich gut.

Jürgen Kortmann

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