Das Geheimnis der ganz besonderen Waffeln

Die gute Tat: Tanja Frohne hilft Ida Stracke beim Waffeln backen in der AWO-Begegnungsstätte im Philipp-Melanchthon-Haus
Die gute Tat: Tanja Frohne hilft Ida Stracke beim Waffeln backen in der AWO-Begegnungsstätte im Philipp-Melanchthon-Haus
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Beim gemütlichen Spielenachmittag in der AWO-Begegnungsstätte gibt es selbst gebackene Kuchen und Torten, die jede Woche von Vorstandsfrauen gebacken und gespendet werden. Und einmal im Monat ist Ida Stracke zu Gast, die hier ganz besondere Waffeln backt.

Warstein..  Es ist Montagnachmittag. Ein fester Termin für viele Frauen ist das gemütliche Beisammensein in der AWO-Begegnungsstätte im Philipp-Melanchthon-Haus – und für so manche die einzige Gelegenheit, nach einem einsamen langen Wochenende mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Gespielt wird hier, Brett-, Würfel und Kartenspiele. Dazu gibt es selbst gebackene Kuchen und Torten, die jede Woche von Vorstandsfrauen gebacken und gespendet werden. „Das ist ehrenamtliches Engagement, das keiner sieht. Das kann man gar nicht hoch genug anerkennen“, betont Heinrich Häckel von der AWO Warstein, der zusammen mit seiner Frau Ellen für den Seniorennachmittag verantwortlich zeichnet.

Eine Besonderheit ist einmal im Monat das Waffelbacken. Nach altem Familienrezept rührt Ida Stracke den Teig an und backt die goldgelben Waffeln in der Küche des Philipp-Melanchthon-Hauses. „Diese Waffeln sind wirklich etwas Besonderes“, schwärmt Häckel. Davon will ich mich gern selbst überzeugen, einen Blick in die Töpfe riskieren – und den Damen bei der Küchenarbeit etwas unter die Arme greifen.

Die Zutaten bereit stellen

In der Küche des Gemeindehauses herrscht um 14 Uhr rege Betriebsamkeit. Die Teller und Gabeln müssen bereit gestellt werden, auch die Sahne kommt an ihren angestammten Platz. Auf dem Herd werden die Kirschen heiß, der Wasserkocher blubbert. Allerdings ist der schwarze Tee nicht an seinem Platz im Schrank. Also werfe ich mir die Jacke über und fahre schnell einkaufen. Ganz gut, wenn man als zusätzliche Kraft flexibel ist.

Dann geht es an die Waffeln. „Ich backe, sie können dann die Bestellung fertig machen“, weist mich Ida Stracke an. Kein Problem. Die Anweisungen kommen von Ellen Häckel, die die Bestellungen bei den Kaffeedamen entgegen nimmt und weiter gibt: „Zwei mal mit Kirschen und Sahne, zwei nur mit Kirschen, eine Waffel ohne alles.“ Ein bisschen nett auf dem Teller angerichtet – Sahnetuff kann ich gut – die Gabel in die Waffel und schon können die warmen Teigfladen an die Frau gebracht werden.

Währenddessen backt Ida Stracke wie eine Weltmeisterin. Die beiden Waffeleisen zwitschern, als stünden wir mitten in einer Vogelvoliere. „Meine Güte, was sind sie fix“, lobe ich. Ida Stracke lacht. Gekonnt ist schließlich gekonnt.

Dann gibt Ellen Häckel Entwarnung. Alle Damen sind verköstigt und zufrieden. „Jetzt essen wir uns erst einmal eine Waffel“, meint sie. „Und mein Mann liest ein paar Weihnachtsgeschichten vor. Da hören wir zu.“ Eine gute Gelegenheit, einen Blick in den Saal zu werfen. Überrascht bin ich, wie gut das wöchentliche Treffen angenommen wird. „Das wissen viele Warsteiner gar nicht, wie viel hier los ist“, schmunzelt Heinrich Häckel. 20 bis 25 Frauen sind hier jede Woche – „und das 45 Montage im Jahr“ – hinzu kommt eine Männergruppe im Nebenraum, die Karten spielt.

„Diese Spielenachmittage haben sich erst richtig entwickelt, seit wir vom Herrenberg ins Philipp-Melanchthon-Haus gezogen sind“, freut sich Häckel, damals die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er organisiert auch einen Fahrdienst, macht drei bis vier Fahrten, je nach Anmeldungen, mit dem Privat-Pkw. „Die Busverbindungen hierher sind ziemlich schlecht“, erklärt er.

Ebenfalls ein Höhepunkt im Jahreskalender – neben den Fahrten: Das Frühstückbüfett. Vier Mal im Jahr wird dieses organisiert. „Dann ist der Saal richtig voll“, freut sich Häckel, dass das Programm von den über 200 Warsteiner AWO-Mitgliedern so gut angenommen wird..