Das Déjà-vu von Juka-Sitzungspräsident Hoppe aus Belecke

Christian Hoppe beim Kinderkarneval im Jugendheim in Belecke
Christian Hoppe beim Kinderkarneval im Jugendheim in Belecke
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Schon als kleiner Junge wurde er mit dem Karneval-Virus infiziert. Nun ist er in seinem zweiten Jahr Sitzungspräsident beim Juka Belecke.

Belecke..  Als er ein kleiner Junge war, noch nicht einmal zur Schule ging, stand er schon mit auf dem Elferratswagen und warf Bonbons. Mit der Narrenkappe auf dem Kopf. Sein Vater war damals Vizepräsident bei der GBK und Christian Hoppe durfte beim Rosenmontagszug mit dabei sein. „Das war für mich das Größte“, erinnert er sich. Ein Auslöser dafür, „sein volles Herz reinzustecken“, wie er sagt. Und das macht er seit 2009, den Karneval miterleben und mitgestalten beim Juka Belecke.

Auch dieses Jahr wieder. Wir sitzen im geschmückten Jugendheim in Belecke, wo schon alles für den Kinderkarneval am Nachmittag angerichtet ist. Es ist zwar erst elf Uhr, aber Christian Hoppe ist schon da. In den Karnevalswochen nimmt sich der angehende Industriekaufmann immer Urlaub, um sich voll reinhängen zu können. An diesem Tag geht es also um den Nachwuchs: „Um schon die Kleinen an den Karneval heranzuführen“, erklärt er. Damit sie vielleicht auch angesteckt werden von der Karnevalsbegeisterung, so wie es bei ihm damals war.

Schützenhalle - nein, danke

Ins Jugendheim passen 270 Gäste, dabei ist sich Hoppe sicher, dass der Verein noch mehr locken könnte: „Wenn wir mehr Kapazitäten hätten“, meint er. Aber so richtig würde der Juka das gar nicht wollen. Einmal bestand die Möglichkeit, in der Schützenhalle zu feiern, das wurde aber abgelehnt: „Weil es immer schon hier im Jugendheim war, und es war immer schon eng. Und diesen Charme wollen wir nicht verlieren.“

Den Charme und die Erinnerungen – alles, was ihn seit Jahren mit dem Karneval und dem JuKa verbindet. Zum Beispiel, als er mit elf Jahren zum Kinderprinzen gekürt wurde, auch ein erster Höhepunkt seiner Karnevals-Laufbahn: „Ein unglaubliches Erlebnis, man darf ja auch keinem sagen, dass man Kinderprinz ist“, wie er noch ganz genau weiß. „Und das ist sehr, sehr schwierig“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Mittlerweile kein Lampenfieber mehr

Fünf Jahre musste er danach noch warten, bis er eintreten durfte. Als 16-Jähriger - das Einstiegsalter des Juka - ging es dann weiter in der Prinzengarde. Danach hat er immer viel auf der Bühne gestanden, mit Schauspiel und kleinen Büttenreden. Ihm gefällt es da oben zu stehen, mit dem „Mikro in der Hand“ und „mit dem Publikum“ zu spielen, so dass er sogar von „seinem Zuhause“ spricht. Und deswegen hat er mittlerweile auch kein Lampenfieber mehr.

Warum auch Lampenfieber? „Ich kenne 85 Prozent der Leute, die hier sitzen,“ stellt er fest. Das ist es auch, was für ihn den JuKa ausmacht. Die Altersspanne sei nicht so groß, man verbringe auch privat viel Zeit miteinander, berichtet er. Dabei ist das gar nicht so selbstverständlich, denn viele Juka-Mitglieder sind Studenten, bunt verteilt in Deutschland. Deswegen ist das Karnevalswochenende für Hoppe umso schöner: „Natürlich ist es stressig. Aber es macht so unglaublich viel Spaß. Man kann mit Leuten lachen, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht, die nur über Karneval nach Hause kommen“, schwärmt er.

„Den Posten gibt’s doch gar nicht“

Da er seine Ausbildung bei Infineon direkt in Belecke absolviert, ist er fast immer vor Ort. Das war auch einer der Gründe, warum er den üblichen Ablauf im JuKa übersprungen hat: Ein Jahr früher verließ er die Prinzengarde. Statt dann erst einmal in den Elferrat und später einmal in den Vorstand zu rücken, wurde er mit 19 Jahren gefragt, ob er nicht jetzt schon mitmachen wolle.

Ein Sonntagabend war das – daran erinnert er sich noch ganz genau. Da stand plötzlich der Vorstand vor seiner Haustür und bei ihm „ratterte es im Hinterkopf: Was wollen die von mir?“ Sitzungspräsident sollte er werden, als dritter Mann den Vorstand verstärken. „Den Posten gibt es doch gar nicht“, hatte er spontan geantwortet. Stimmt, er sollte der erste in der Geschichte des JuKa sein. Und seine Antwort war eindeutig: „Ich musste eigentlich gar nicht lange überlegen, ich hab sofort Ja gesagt.“

Hoppe graut’s vor 2020

Nun sitzt er also in seinem zweiten Jahr als Sitzungspräsident des Juka in der Mitte auf der Bühne. Da, wo er sich wie „in seinem Wohnzimmer“ fühlt, wie er auch zuletzt sagte. Ein bisschen graut es ihm schon davor, wenn er mit 27 Jahren die Altersgrenze des JuKa erreicht. 2020 wird das sein, das hat er schon genau ausgerechnet. Dass er dem Karneval nicht verloren gehen, vielleicht später beim GBK mitwirken wird, ist aber sehr wahrscheinlich. Denn: „Das gehört einfach zusammen – Christian und Karneval kann man nicht trennen“, stellt er fest.

Und zum Abschluss noch eine Erinnerung. Ich frage ihn nach einem ganz besonderen Ereignis, eins, das er nie vergessen wird. Das war ein kleines „Déjà-vu“, sagt er. Nämlich, als er zum ersten Mal nicht als kleiner Junge, sondern als Sitzungspräsident im vergangenen Jahr mit auf dem Elferratswagen stand: „Das ist unbeschreiblich, wenn der Prinz oben auf dem Turm steht, der komplette Elferrat unten auf dem Wagen. Dann spielt die Musik und es wird nur noch gehüpft drei Stunden lang.“