Daniel Tappe brilliert an Feith-Orgel

Daniel Tappe in der St. Pankratius-Kirche Warstein
Daniel Tappe in der St. Pankratius-Kirche Warstein
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Es war kein gewöhnliches Geburtstagskonzert, das der gebürtige Anröchter Organist in der St. Pankratiuskirche gab, aber schließlich ging es ja auch um ein besonderes Geburtstagskind.

Warstein..  Es war kein gewöhnliches Geburtstagskonzert, das der gebürtige Anröchter Organist in der St. Pankratiuskirche gab, aber schließlich ging es ja auch um ein besonderes Geburtstagskind. Die Feith-Orgel – mit 64 Registern, verteilt auf vier Manuale und das Pedal, eine der größten Orgeln im Erzbistum Paderborn – feierte ihren 55. Geburtstag. Ihre ganze Vielfältigkeit stellte Tappe beim Mittsommerkonzert der kirchenmusikalischen Konzertreihe Musica Sacra heraus, das mit über 80 Besuchern auf große Resonanz stieß. Auch dieses feierte ein kleines Jubiläum, denn das Mittsommerkonzert fand zum zehnten Mal statt.

Französische Orgelliteratur

Einen Schwerpunkt im Programm legte der junge Orgelvirtuose bei den französischen Komponisten, kann doch die französische Orgelliteratur gut auf der Feith-Orgel dargestellt werden. Ein besonderer Höhepunkt: Die Ouverture Libanaise von Naji Hakim. Der in Beirut geborene Komponist, der in Paris als Organist arbeitet, vereint in der Ouvertüre den Orient und Okzident zu einem reizvollen Ganzen. Die Musik des Ostens und Westens – eine lebhafte Melodie, die auf libanesischen Volksweisen basiert wird kombiniert mit jazzigen Harmonien – beflügelt sich dabei gegenseitig. Kraftvoll intonierte Tappe die melodisch reizvollen Klänge, deren Melodie in einem spannungsgeladenen, temporeichen Pulsieren zu verschwimmen schien.

Ebenfalls reizvoll: Der erste Satz (Allegro vivace) aus der Symphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor. Die Luft schien in der Pankratiuskirche schier zu vibrieren, als die prickelnden Klangperlen beim kraftvollen und fließenden Spiel Tappes aus dem Instrument hervorstiegen.

Wie es sich für ein Mittsommerkonzert gehört, erfüllten auch bei Bachs Praeludium und Fuge in G-Dur heitere Töne den Raum. Beibehalten wurde diese gelöste Stimmung bei der folgenden Ciacona II von Johann Bernhard Bach, deren Reiz in der Fortführung der Melodien während der Registerwechsel bestand.

Freude an der Musik spürbar

Besser kann man die Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit der Königin der Instrumente nicht darstellen, als mit diesem mit graziösem Schwung und kontrollierter Kraft interpretierten Werk, bei dem Tappes Freude an der Musik in jedem Ton spürbar war und das die Zuhörer durch immer neue Klangerlebnisse überraschte.

Nicht nur freudige Melodien wurden indes zu Gehör gebracht. Ein intensives Klangerlebnis bescherte der Organist seinen gebannt lauschenden Zuhörern mit dem Pièce héroïque aus Trois pièces von César Franck. Virtuos erzeugte er eine dunkle, dramatische Spannung, die auch in den ruhigen Passagen unterschwellig beibehalten wurde.

Die Klangfülle der Feith-Orgel aber auch das künstlerische Können des Organisten wurden ebenfalls beim Choral varié aus Veni Creator von Maurice Duruflé deutlich, bei dem die Variationen einen starken Kontrast zwischen kraftvoller Dynamik und fließend perlendem Spiel bildeten.

Tänzerisch-leichte Zugabe

Mit tosendem Applaus dankten die Zuhörer dem Organisten für ein eigenwilliges und betörendes Konzert, das das Geburtstagskind gekonnt in den Mittelpunkt stellte. Tappe wiederum bedankte sich bei seinem Publikum mit A Song of Sunshine von Alfred Hollins. Ein heiteres, tänzerisch-leichtes Stück, dessen eingängige Klänge an eine Musical-Melodie erinnerten. Der passende Abschluss für ein herausragendes Mittsommerkonzert.