Chemikalien erschweren die Aufräumarbeiten

Der zweite Tag nach dem nächtlichen Großfeuer in einer Fabrik in Warstein. Es gab noch jede Menge zu tun.
Der zweite Tag nach dem nächtlichen Großfeuer in einer Fabrik in Warstein. Es gab noch jede Menge zu tun.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Austretende Chemikalien haben die Aufräum- und Ermittlungsarbeiten auf dem Gelände der ausgebrannten Galvanikfirma am Puddelhammer erschwert. Am Samstag wurden erneut zwei ABC-Trupps alarmiert, da es im Inneren der Halle eine chemische Reaktion gegeben hatte.

Warstein.. Nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag noch kleinere Brandnester in der Halle gelöscht werden mussten, begannen am frühen Samstagmorgen Spezialkräfte damit, die Außenwände zu demontieren. Die Stimmung war merklich angespannt; neben der Feuerwehr, der Kriminalpolizei und dem Warsteiner Ordnungsamt waren auch Experten der Bezirksregierung und einer Spezialfirma vor Ort.

Das Wichtigste am Tag zwei nach dem Unglück: Die sich auf dem Boden der Halle und in den dort gelagerten Behältern befindenden Flüssigkeiten mussten abgepumpt werden – bevor es regnet. „Sonst besteht die Gefahr, dass die Chemikalien in die Wäster gelangen“, so die Feuerwehr. Der Betrieb, der sich auf die Beschichtung von Edelstahl und Aluminium spezialisiert hat, arbeitet unter anderem mit der hochgefährlichen Flusssäure.

Alle Gefahrstoffe konnten getrennt werden

Mit einer Drohne der Feuerwehr Werl verschafften sich die Einsatzkräfte ein Blick von der Lage im Inneren der Halle. Nachdem Messungen ergaben, dass offenbar eine chemische Reaktion in der Halle passiert war, wurde der ABC-Trupp aus Lippstadt alarmiert. Sämtliche Chemikalien wurden von der Spezialfirma in spezielle Container gepumpt, die derzeit noch vor Ort stehen. Zudem wurde der Bereich mit einer Plane abgedeckt, damit auch der angekündigte Regen keine Chemikalien mehr wegspülen konnte; auch Kanäle wurden abgedichtet.

Samstag Abend um kurz nach 20 Uhr zog Donat Ahle, stellvertretender Feuerwehrleiter, dann ein erleichtertes Fazit: „Der Einsatz ist für uns beendet. Alle Gefahrstoffe konnten getrennt werden. Es besteht jetzt keine Gefahr mehr für Leib und Leben.“ Nach drei Tagen Einsatz rund um die Uhr war Ahle erschöpft, aber auch sehr zufrieden: „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hat hervorragend geklappt. Wenn es nicht ein so trauriger Anlass wäre, könnte man sogar sagen: Es hat Spaß gemacht, mit den Kollegen zu arbeiten.“

Kripo ermittelt heute weiter

Heute wird die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen zur Brandursache weiterführen. Bisher war ein Betreten der Halle wegen der gefährlichen Flüssigkeiten nicht möglich. Der entstandene Schaden wird derzeit auf mehrere Millionen Euro geschätzt.