„Charlie“ spielt in Rüthen keine Rolle

Rosenmontagszug 2014 in Rüthen.
Rosenmontagszug 2014 in Rüthen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
20 Wagen werden beim Rosenmontagszug durch die Bergstadt ziehen. „Bei uns geht es um Lokalkolorit, nicht die große Politik“, betont Frank Föllmer, Präsident der Karnevalsgesellschaft Rüthen, nach einer Wagensichtung durch den Elferrat.

Rüthen..  Menden macht’s, Rüthen nicht. 20 Wagen werden beim Rosenmontagszug durch die Bergstadt ziehen, der Anschlag von Paris auf das Satiremagazin Charlie Hebdo spielt dabei laut Frank Föllmer, Präsident der Karnevalsgesellschaft Rüthen, auch in abgewandelter oder abgeschwächter Form keine Rolle. „Bei uns geht es um Lokalkolorit, nicht die große Politik“, betont er nach einer Wagensichtung durch den Elferrat.

Selbst die kleine, sprich die örtliche Politik bleibt eher außen vor. Stattdessen haben sich die Wagenbauer eher besonders fantasievoll auszuschmückende Themen wie Ägypten oder „Zauberhaft verhext“ vorgenommen. „Eine Ausnahme war im vergangenen Jahr der Drogenfund in Langenstraße, der als Thema eine Rolle gespielt hat“, erinnert sich Föllmer. In welchem Umfang es die erwünschten, weil nicht unter die Gürtellinie zielenden „Meckereien von Dorf zu Dorf“ geben wird, davon können sich die Zuschauer überraschen lassen. Außen vor sollte und wird nach Überzeugung das Flüchtlingsheim bleiben, auch wenn dessen Einrichtung im vergangenen Jahr das zentrale Thema für Rüthen war. „Wir begegnen den Menschen dort mit Respekt – auch und erst recht im Karneval“, betont der Präsident. Wer was für den Umzug auf die Beine gestellt hat, erfahren die Zuschauer bei der Vorstellung der Gruppen auf dem Marktplatz von Frank Föllmer und nach dem Umzug in der Stadthalle durch Vizepräsident Uwe Kaps.

Rekord bei den Fußgruppen

Überraschend groß ist die Zahl der zu bestaunenden Fußgruppen. Frank Föllmer spricht von „einem riesengroßen Feld“, das er selbst noch nicht überschauen kann. „Es treffen noch laufend Anmeldungen ein.“ Eine Zahl kann er daher nicht annähernd nennen. Eines jedoch, betont er, sei besonders wichtig: „Dass sich alle, aber auch wirklich alle Teilnehmer am Rosenmontagszug anmelden.“ Die Organisatoren wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Dies ist bedeutsam auch vor dem Hintergrund des Sicherheitskonzeptes. „Das für den Rosenmontagsumzug erstellte Sicherheitskonzept wurde vom Präsidenten der Karnevalsgesellschaft Rüthen in Absprache mit dem Ordnungsamt Rüthen fortgeschrieben, damit gewährleistet ist, dass alle Narren in Rüthen mit größtmöglicher Sicherheit feiern können.“ Erstellt wurde das Konzept 2011 in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr, die an der Zugaufstellung mitwirkt und Ordner stellt.

Wie es Tradition ist, wird der Rosenmontagszug auf seinem Weg durch die Innenstadt (siehe Zweittext) auch die Burgstraße nehmen können. Wie von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der bauausführenden Firma versprochen, wird der Umzug nicht bzw. nur geringfügig durch die Sanierungsarbeiten im Umfeld des Alten Rathauses beeinträchtigt. „Die Burgstraße ist im Einmündungsbereich zur Hachtorstraße bis dahin so weit wieder hergestellt, dass sie befahrbar ist“, kann Frank Föllmer berichten. Nur Zuschauer können in diesem Bereich nicht das Geschehen verfolgen.