Cemlapis will flachere Böschung im Osten

Der Steinbruch Kupferkuhle hat im Osten nicht die genehmigte Böschung.
Der Steinbruch Kupferkuhle hat im Osten nicht die genehmigte Böschung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Situation im Osten des Steinbruchs Kupferkuhle entspricht nicht der Genehmigung. Um das zu korrigieren, hat Cemlapis eine Änderung beantragt.

Warstein..  Wenn Steinbruchbetriebe einen Antrag stellen, die die Abgrabung betreffen, werden die Mitglieder der Trinkwasser-Initiative hellhörig. Diesmal geht es allerdings nicht darum, dass neue Abbaubereiche erschlossen werden sollen.

Die Firma Cemlapis, die den Betrieb der insolventen Firma Brühne übernommen hat, beantragte beim Kreis die Änderung des Genehmigungsbescheids aus dem Jahr 2003 zur Erweiterung und den Betrieb des Steinbruchs Kupferkuhle. Allerdings geht es nun nicht mehr um den Betrieb, sondern die zukünftige Gestaltung des Areals.

Berme falsch angelegt

Bereits 2011 hatte der Kreis Soest im Rahmen der Überwachung festgestellt, dass die Sicherheitsberme im Bereich der Ostböschung nicht den Planungen entspricht. Nach dem Abbauplan sollte die Berme rund zwei Meter unterhalb des Ursprungsgeländes liegen, tatsächlich war diese aber neun bis zwölf Meter unterhalb angelegt worden.

Das geschah noch unter Regie der Firma Brühne. Nach deren Insolvenz übernahm Cemlapis 2013 den Betrieb der Warsteiner Steinbrüche. Im Rahmen der Betriebsaufnahme wurde ein technisches Konzept zur Sicherung der nicht genehmigungskonform abgebauten Böschung erarbeitet. Die Ergebnisse daraus wurden in dem Antrag verarbeitet und liegen nun beim Kreis Soest zur Genehmigung. Und die Stadt Warstein soll dazu das „gemeindliche Einvernehmen“ erteilen.

Anpassungen vorgesehen

Beantragt wird nun die „Abflachung der Ostböschung des Steinbruchs Kupferkuhle zum Diebespfad hin“. Zudem soll die Böschungsgeometrie an die vorliegenden Bodenverhältnisse angepasst werden, um eine dauerhafte standfeste Abschlussböschung zu erreichen.

Denn zwei Diplom-Geologen haben in ihrer Untersuchung ermittelt, dass die Annahmen zum Aufbau der Schichten nicht den vorgefundenen Gegebenheiten entsprachen. Im oberen flachen Böschungsbereich befindet sich demnach vor allem Lockergestein. Und dies war wohl auch der wesentliche Grund dafür, „dass die Böschung nicht genehmigungsgemäß angelegt werden konnte“.

Böschung begrünen

So jedenfalls ist es in der Vorlage zu lesen, mit der sich der Stadtentwicklungs- und Bauordnungsausschuss in seiner nächsten Sitzung beschäftigen wird. Demnach wird im Sachverständigengutachten empfohlen, eine Verflachung der oberen Lockergesteinsböschung (auf 35,5 Prozent) vorzunehmen und diese zu begrünen – im Bereich der Festgesteinsböschung soll es aber bei der bisher schon vorgegebenen Neigung von 70 Prozent bleiben. Außerdem soll eine begehbare Berme von mindestens zwei Metern als Absturzsicherung angelegt werden. Diese soll aber nur für Kontrollgänge, nicht zum Befahren genutzt werden. Abschließend soll es einen etwa einen Meter hohen Erdwall geben.

Durch diese geplante Änderung wird allerdings der in der bisherigen Genehmigung eigentlich vorgesehene Mindestabstand von zehn Metern zum „Diebespfad“ unterschritten. Er würde dann nur noch zwischen 5,10 und 8,30 Metern betragen. Allerdings, heißt es in der Vorlage, würden die Maßnahmen zu einer „dauerhaft standsicheren Lockergesteins-Erdböschung führen. Es kommt hier also nicht entscheidend auf den Abstand zwischen Böschungsoberkante und Zaun bzw. Weg an.“

Verwaltung empfiehlt Zustimmung

Seitens der Verwaltung empfiehlt die Verwaltung, das „gemeindliche Einvernehmen“ zu erteilen, schließlich verlange das Abgrabungsrecht eine ordnungsgemäße Wiederherstellung der Oberfläche. Allerdings soll der Kreis sicherstellen, „dass der städtische Weg Diebespfad durch den Abgrabungsbetrieb auch nach Abschluss der Abgrabung nicht dauerhaft gefährdet wird.“ Kämmerer Florian Beutler: „Man muss ja den Abbau ordnungsgemäß beenden.“