Bundesweites Projekt lockt Warsteiner Schüler mit digitalen Medien

Angelika Krüger versucht alle Altersgruppen anzusprechen. Nach Aktivitäten für die jüngsten Besucher gibt es nun eine Aktion für Ältere – und das sogar multimedial.
Angelika Krüger versucht alle Altersgruppen anzusprechen. Nach Aktivitäten für die jüngsten Besucher gibt es nun eine Aktion für Ältere – und das sogar multimedial.
Foto: WP
Mit einem neuen, bundesweiten Projekt möchte die Stadtbücherei auch ältere Schüler erreichen. In Kooperation mit dem Jugendtreff „Oase“ beschäftigen sich die Teilnehmer auch mit digitalen Medien.

Warstein.. Nach dem – immer noch laufenden – „Lesestart“ für die jüngsten Leser hat sich Angelika Krüger, Leiterin der Stadtbücherei „Stütings Mühle“ in Belecke nun für ein Projekt begeistern können, das ältere Schüler als Zielgruppe hat: „Kultur macht stark - Lesen macht stark“. In der ersten Woche der Sommerferien ist es so weit.

Für dieses bundesweite Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung waren unter anderem die Bibliotheken angesprochen worden. Entsprechende Angebote für Projekte bekommt Angelika Krüger regelmäßig: „Damit werden wir geradezu zugedonnert“.

Projekte verlangen meist einen Eigenbeitrag

Aber ebenso kontinuierlich löscht sie die entsprechenden E-Mails. Denn „meistens ist ein Eigenbeitrag der Bücherei nötig, und da haben wir kein Geld“: In diesem Fall ist das Angebot jedoch für die Bücherei – und die Teilnehmer sowieso – kostenfrei. Angelika Krüger hatte bei einer Fortbildung von dem Projekt erfahren und kurz darauf ein Gespräch mit dem Jugendtreff „Oase“ geführt – da kam der Gedanke auf, doch mal etwas gemeinsames zu machen. Praktisch: Das war eine Grundvoraussetzung für eine Teilnahme. Zusammen mit dem Forum Jugendarbeit (als Träger der „Oase“) und den drei Belecker Schule (Sekundar-, Haupt- und Realschule) bildet man ein „Bildungsdreieck“, wie es Angelika Krüger gegenüber der WP formuliert. Hinzu kommen noch ehrenamtliche Helfer.

Bei „Lesen macht stark“ sollen sich die Teilnehmer sowohl mit Büchern als auch digitalen Medien beschäftigen. In der Bücherei Stütings Mühle sind es die Jungen und Mädchen der Klassen 5 bis 7, „ein spannendes Alter“, wie Krüger findet. Plan ist es, eine Fotostory zu entwickeln, und zwar mit Hilfe von Tablets. Am Ende soll ein Fotobuch entstehen, das auch der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Recherche rund ums Skateboarden

Mit welchem Thema kann man junge Menschen begeistern, wie kann man dieses Thema anschließend auch als ein Buch umsetzen? „Wir für die Rampen“ soll es heißen – es geht also ums Skateboarden. Zu dem Thema sollen die zwölf Teilnehmer am ersten Tag in der Bücherei und dem Internet rund ums Skateboarden recherchieren. In diesem Rahmen hat sich Ortsvorsteherin Elke Bertling bereit erklärt, eine kurze Lesung aus dem Buch des „Skater-Papstes“ Titus Dittmann zu halten. Seine Botschaft: Wenn Du willst, dass sich was ändert, musst Du Dich selbst engagieren. „Das passt doch genau“, findet Angelika Krüger.

In den folgenden Tagen soll dann die Ideen für eine Fotostory rund um die Rampen entwickelt und umgesetzt werden. Fotos und Sprechblasen – die gesamte Geschichte sollen die jungen Leute innerhalb des Projekts entwickeln. Dabei soll es auch um Hintergrund-Infos gehen: aus diesem Grund steht auch Bürgermeister Manfred Gödde am zweiten Tag zur Verfügung.

Ergebnisse in einem Fotobuch

Das Ergebnis soll schließlich bearbeitet als Fotobuch zusammengestellt werden. Und zudem sollen die Ergebnisse zwei Wochen nach Ende des Projekts präsentiert werden. Dazu laufen noch Gespräche mit den heimischen Kreditinstituten, damit diese ihre Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Verfügung stellen. Dass dieser Termin dann mitten in die Sommerferien fällt, sieht die Büchereileiterin als nicht problematisch an: „Wir wollen den Schwung und Elan mitnehmen“. Der ginge, fürchtet Krüger, verloren, wenn man noch länger warten würde.

In der ersten Juni-Woche präsentierte Angelika Krüger das Projekt in den drei Schulen im Schulzentrum. Genau 12 Plätze galt es dabei zu besetzen. Doch wer nun das Pech hatte, nicht ausgewählt zu werden, braucht deswegen trotzdem nicht zu verzagen. Im Jahr darauf, in den Osterferien, findet die Aktion zum selben Thema noch einmal statt. Das ist ebenfalls eine Vorgabe des Projekts.

„Und vielleicht hat sich in der Zwischenzeit ja etwas getan?“, wartet die Bücherei-Leiterin auf Reaktionen nach der Ergebnis-Vorstellung. Das Projekt hat aus ihrer Sicht den „Anspruch, die Rampen noch mal anders in die Öffentlichkeit zu bringen“. Heißt: Die Rampen sind beliebte Treffpunkte bei den Jugendlichen. Aber was ist, wenn sie nicht in Ordnung sind? Vielleicht wird ja genau das Problem thematisiert?

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