„Buiterling“ Marcus I. regiert im SKG-Jubiläumsjahr

Kappensitzung der SKG Suttrop mit der Proklamation des neuen Prinzenpaares Marcus I. und Stefanie I. aus dem Hause Kiefer und der Ernennung des langjährigen Vize-Präsidenten Klaus Hölscher zum Ehrenpräsident.
Kappensitzung der SKG Suttrop mit der Proklamation des neuen Prinzenpaares Marcus I. und Stefanie I. aus dem Hause Kiefer und der Ernennung des langjährigen Vize-Präsidenten Klaus Hölscher zum Ehrenpräsident.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ausgerechnet im Jahr ihres 33. Jubiläums hat die SKG einen Zugezogenen zum Prinzen ernannt: Marcus I. aus dem Hause Kiefer und seine Frau Stefanie regieren Suttrops Narren.

Suttrop..  Als Marcus und Stefanie Kiefer geheiratet haben, war die größte Sorge der Braut, niemals Prinzessin ihrer SKG zu werden. Schließlich traute sie sich mit einem „Buiterling“, einem Zugezogenen. Wie sich am Samstag zeigte, sollte diese Sorge aber grundlos sein. Denn Marcus I. und Stefanie I. aus dem Hause Kiefer sind das neue Prinzenpaar der Suttroper Karnevalsgesellschaft – und ein besonderes, denn die SKG geht mit ihnen ins 33. Jahr ihres Bestehens.

„Hallo Volk!“, rief der neue Regent und dankte für die Ehre, ausgerechnet im Jubiläumsjahr ausgewählt worden zu sein. „Karneval war mir am Anfang nicht ganz geheuer“, gestand der gebürtige Bürener, „aber nach und nach wurde ich in die fantastische SKG eingeführt.“ So arbeitet der 45 Jahre alte Bauingenieur inzwischen unter anderem in der Klugschieter-Redaktion mit.

Nicht ganz unschuldig daran ist Ehefrau Steffi, die schon lange die Garden trainiert. „Für sie wird ein Kindheitstraum wahr“, sagte Marcus I., „hätte ich Nein gesagt, hätte ich wohl ausziehen müssen.“

Ortsvorsteher Udo Koerdt übergab für die närrischen Tage gern die Schlüsselgewalt: „Es war an der Zeit – ihr steht schon seit Jahren ganz oben auf der Liste.“

Zuvor hatten sich Peter I. und Anke I. aus dem Hause Knecht verabschiedet. „Wir haben jeden Moment genossen, Tränen vor Glück und Dank vergossen“, reimte Prinz Peter. Und man meinte, auch beim Abschied die eine oder andere Träne der Rührung zu sehen.

Raketen für erfolgreiche Garden

Doch der Wehmut hielt nicht lange an, denn viele heimische Sänger, Tänzer und Büttenredner trugen zu einem unterhaltsamen Programm bei. Zu Beginn verteilten die Gardetänzerinnen zum Valentinstag Rosenblüten an die Damen im Publikum – verbunden mit der Hoffnung, „dass die Geburtenrate im November ansteigt“, wie es SKG-Präsident Carsten Bittner ausdrückte.

Im Anschluss stürmte die Ulkkapelle als Gruppe von Freibeutern die Bühne und ließ das Publikum jubeln. Für die Garden der SKG starteten die Besucher sogar Raketen. Die Jugendgarde spielte die Streiche von Max und Moritz nach. Die Ü15-Garde bewies mit ihrem Gardetanz Gelenkigkeit und Eleganz. Und die Juniorengarde verdeutlichte: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ Alle drei Tanzgruppen sind im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft und Sitzungspräsident Klaus Hölscher ist sicher: „Ihr werdet das rocken!“ Auch die Prinzengarde ist seit 2010 fester Bestandteil der Sitzung und erhielt für ihre wagemutigen Pyramiden viel Applaus.

„Neue Männer braucht das Dorf“, forderten die „Dorfzicken“, die sich dabei aber äußerst wählerisch präsentierten. Nicht mehr aus dem Suttroper Karneval wegzudenken, sind die Frauen der KFS, die als Zwerge große Hits auf die Bühne brachten. Eine Zugabe forderten die Besucher von der Prinzengarde des Jungkolpings, die ihren Schautanz „Mario Kart“ präsentierten.

Nach über zehn Jahren erstmals wieder mit einem Showauftritt dabei war der Elferrat, der die Fußball-Weltmeisterschaft noch einmal aufleben ließ. Auf der abgedunkelten Bühne leuchteten nur die Lichterketten an den Anzügen der Elferrats-Mitglieder.

Reges Liebesleben im Altenheim

In der Bütt philosophierte Pastor Daniel Maiworm als „Teu-gel“ (oder doch als „Eng-fel“?) über Entscheidungen, die an so vielen Stellen getroffen werden müssten. „Wie die Warsteiner“, nannte er ein Beispiel, „die müssen sich entscheiden: Gehöre ich zu Suttrop oder gehöre ich zu Hirschberg?“ Mit der Frage „Himmel oder Hölle?“ riss er das Publikum mit – und fand für sich selbst eine klare Antwort: „Ich Sauerländer Lümmel gehöre in den Himmel.“ Was er dem lieben Gott dort sagen würde, gefiel dem Publikum ebenso: „Der Lastverkehr, der muss aus Suttrop raus.“

Über das Altern erzählte Günther Risse – und zwar anhand manch kurioser Bewohner der Suttroper Seniorenresidenz. So gebe es dort ein Paar, das auf den ersten Blick noch immer ein erfülltes Liebesleben genieße. Oder geht die Ehefrau ihrem Gatten bloß immer wieder „auf den Sack“? Risse kennt aber auch ein Rezept für Harmonie in der Ehe: „Meine Frau raucht, ich huste.“

Thomas Cramer ließ im Anschluss gemeinsam mit seiner Familie Udo Jürgens, Bob Marley und Joe Cocker wieder auferstehen. Eigengewächse aus Suttroper Vereinen bauten als Stic/Tac/Toe trommelnd eine Tetris-Wand auf, die Udo Koerdt erst zum Einsturz brachte, bevor er die Jungs gesanglich unterstützte. Und beim Finale mit Harald Meier hielt es ohnehin niemanden mehr auf den Sitzen.