Bürger von Plänen nicht begeistert

Bürgermeister Peter Weiken (stehend) erläutert den Interessierten in der Schützenhalle Meiste die Entwicklung in Sachen Windkraft zwischen Meiste und Kneblinghausen.
Bürgermeister Peter Weiken (stehend) erläutert den Interessierten in der Schützenhalle Meiste die Entwicklung in Sachen Windkraft zwischen Meiste und Kneblinghausen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Noch mehr Windräder bei Meiste? Ein Investor hat Wind von der neuen Vorrangzone bekommen. Wo die Stadt eigentlich nicht unbedingt Windräder haben möchte...

Meiste..  „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.“ – ähnlich Goethes Zauberlehrling, der den Besen plötzlich nicht mehr bändigen kann, steht Rüthen vor dem Problem, eine Windvorrangzone ausgewiesen zu haben, die eigentlich nur genannt wurde, um zwei andere Projekte gegenüber der Bezirksregierung begründen zu können.

Windenergie-Entwickler PNE Wind AG aus Cuxhaven sieht mögliches Potenzial für vier Windräder auf dem Gelände zwischen Meiste, den Meisterwerken und Kneblinghausen – und hat sich bei der Stadt gemeldet. Damit können die Windräder zwar nicht gleich errichtet werden, aber gleichwohl wollen die Bürger wissen, was auf sie zukommen kann.

Informationsveranstaltung

Also lud die Stadt zu einer – im Verfahren letztlich belanglosen – Informationsveranstaltung ein, in der Bürgermeister Peter Weiken und Stadtplaner Joachim Heidrich den Stand der Dinge und die mögliche Entwicklung erläuterten.

Über Jahre war es in Sachen Windkraft ruhig in Rüthen. Die Stadt hatte Vorrangzonen ausgewiesen, es entstanden drei Windparks. Als dann aber 2008 Wünsche nach weiteren Flächen (bei Langenstraße und zwischen Rüthen und Meiste) an die Stadt herangetragen wurden und auch die Politik hinter dem Thema Windräder stand, entwickelte man entsprechend der Forderung der Bezirksregierung ein neues Windkonzept. Und das durfte natürlich nicht nur um die Flächen, die angefragt wurden, erweitert werden. So kamen drei weitere Areale zwischen Meiste und Kneblinghausen ins Spiel. Weiken: „Diese Flächen waren bei der Begründung nicht auszuschließen. Das konnte man damals nicht anders machen.“ Zwei stehen zwar im Konzept, sind aber wohl aus Umweltschutzgründen nicht nutzbar.

Jetzt ist für die dritte Fläche der Antrag da. „Aber das Windkonzept macht nur zwei Prozent bis zur Genehmigung aus“, versuchte Bürgermeister Weiken zu beruhigen. Nach einem „Stimmungsbild“ in der Versammlung (mit unverbindlicher anonymer Abstimmung) wird der Stadtentwicklungsausschuss dem Rat empfehlen, wie man weiter vorgeht. Schließlich müsste der Flächennutzungsplan für Windräder geändert werden. „Eine Nein-Begründung ist nicht einfach“, betonte Weiken, man dürfe schließlich nicht gegen das Willkürverbot verstoßen.

Nur eine Skizze

Doch was letztlich aus dem Antrag wird, bleibt abzuwarten. Die vorgestellte Zeichnung der PNE mit vier Standorten sei nur als „Skizze“ zu werten, so Stadtplaner Heidrich – alles andere ergebe sich später. Damit versuchte Heidrich auch eine Anwohnerin zu beruhigen, deren Haus nur 500 Meter von einer der eingezeichneten Standorte liegt.

Für einen der Grundstückseigentümer war die Idee der potenziellen Windmüller „doch eine runde Sache“, während ein Gast aus Weiberg beispielsweise auf den Schattenwurf der Rotoren hinwies und mahnte: „Bürger, wehrt Euch!“ In Siddinghausen sieht man sich bei einer Realisierung schalltechnisch umzingelt. Auf der anderen Seite betonte eine Teilnehmerin: „Irgendwo muss der Strom ja her“.

Mit Blick auf den Regionalplan werden man auch mal bei der Bezirksregierung nachfragen, ob das Konzept bei Meiste überhaupt in die Regionalplanung passt (dort ist Meiste, im Gegensatz zu der ebenfalls diskutierten Fläche bei Altenrüthen, nicht verzeichnet).

Auf jeden Fall, so ein Wunsch aus der Versammlung, sollten sich alle der Entscheidung der Mehrheit fügen, um keinen Unfrieden in die Orte zu tragen. Das sieht auch Bürgermeister Weiken so: „Das ist ein Grundsatz der Demokratie.“ Denn: „Die Stadt Rüthen wird es sich auf jeden Fall nicht leicht machen.“