Brüderpaar mit der gleichen Liebe zur Malerei

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Belecke..  „Das ist schon ein Kontrast“, staunt selbst Meinolf Sprenger und Bruder Theo ergänzt: „Wir sind zwar Geschwister, aber haben ganz unterschiedliche Zugänge zur Kunst.“ Gemeinsam stellen die Brüder seit Donnerstag ihre Werke im Stadtmuseum „Schatzkammer Propstei“ in Belecke aus.

Der Titel der Ausstellung „Farbenrausch“ trifft dabei eher auf die 13 Exponate des zwei Jahre jüngeren Bruders Meinolf zu. „Meine Werke folgen keinem einheitlichen Stil – mal abstrakt, mal abstrahiert und mal sehr konkret“, beschreibt Meinolf Sprenger sein künstlerisches Schaffen, das stets aus seiner Laune heraus entstehe.

BVB-Meister-Collage

So hängen in der Propstei Malereien eines Zebras oder eines übergroßen Charlie Chaplin neben farbenfrohen Malereien ohne konkretes Motiv. Auch Collagen finden sich, die deutlich den Bezug zum Ruhrgebiet aufzeigen. Meinolf Sprenger ist vor 30 Jahren nach Dortmund gezogen, wo er eine Altenpflegeschule leitet. Im Jahr des Double-Gewinns verewigte er die Euphorie rund um den BVB auf einem Bild, auf einem anderen stellt er den Wandel der Zeche Zollverein zu einem Kulturzentrum künstlerisch dar.

„Meine Bilder entwickeln sich nach und nach“, gab Sprenger einen Einblick in seine Arbeitsweise, „zwischendurch lege ich auch mal einen Tag Pause ein, um das Bild danach neu auf mich wirken zu lassen.“

Biegsame Bleistifte aufgeklebt

Experimentierfreudig ist Sprenger, was Materialien angeht. Die ausgestellten Acryl-Gemälde bereichert er mit Draht oder Tüllstoff, in einem Fall klebte er sogar biegsame Bleistifte auf die Leinwand.

Anders als sein Bruder lebt Theo Sprenger auch heute noch in Belecke – und auch das zeigt sich in einem seiner Werke: ein Bild der Propsteikirche, umgeben von kräftigen Farbschleiern. „Die zeigen die Kräfte, die an diesem Ort wirken“, beschreibt Theo Sprenger seinen Ansatz, der auf eine tief gehende Spiritualität zurückgeht. „Ich versuche mit Bildern das auszudrücken, für das ich keine Wort habe“, sagt er.

Den Wandel im Leben machte Sprenger anhand eines Ölbildes deutlich, das er mit 18 Jahren gemalt hat. „Der Tänzer schwebt fast“, beschreibt er, „für mich war das damals das Bild für Harmonie.“ Die Erfahrung ändere die Perspektive auf das Leben. „Das Bild ist immer noch dasselbe“, sagte er und färbte die weiße Einfassung rot, „aber der Rahmen ist nicht mehr so glatt, das Leben ist nicht nur schön.“ In Bildern wie in Skulpturen – Theo Sprenger, der seine Inspiration oft im Traum findet, öffnet mit seinen Werken einen Zugang zum Wesentlichen des Lebens.