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Silvesterlauf 2012

Bottroper Graw will Silvesterlauf Werl/Soest gewinnen

30.12.2012 | 19:28 Uhr
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Bottroper Graw will Silvesterlauf Werl/Soest gewinnen
Torsten Graw bei einer Laufveranstaltung in Essen.Foto: Georg Lukas

Werl/Soest.   Nach einer Fußverletzung startet der junge Bottroper Torsten Graw beim Silvesterlauf Werl/Soest. Es passt gut in seinen Plan, auf eine längere Distanz zu wechseln. Konkurrenz erwartet er vor allem von seinem Trainingspartner Thorben Dietz.

Der moderne Läufer ist auch in den Weiten des weltumspannenden Netzes unterwegs. Zur Vorbereitung auf sein Rennen gehört die Lektüre einschlägiger Seiten des Internets. Hier verschaffte sich Torsten Graw am Sonntagmorgen einen Überblick über die Konkurrenz, die ihn beim Silvesterlauf von Werl nach Soest erwartet. Er erfuhr von einem bevorstehenden Dreikampf um den Sieg: Graw gegen zwei starke Starter von der LG Olympia Dortmund. Der Bottroper schmunzelte, als er das las.

Was nicht heißt, dass er Dominik Hollop und Michael Ruhe, den hoch gehandelten Dortmundern, keinen Respekt entgegenbringt. Aber Graw wusste mehr: Sein Trainingspartner Thorben Dietz wird sich am Montag kurz vor dem Start anmelden. Und dann, meint Graw, wird es keinen Dreikampf, sondern ein Zweikampf geben: „Er läuft auf meinem Niveau. Er ist mein Hauptkonkurrent.“

Auf die lange Strecke

Werl/Soest ist das Traditionsrennen am Silvestertag, zum 31. Mal wird es gestartet, und auch diesmal werden sich mehr als 6000 Teilnehmer in verschiedenen Klassen auf den Weg machen. Torsten Graw ist noch nie hier gewesen, beim Lauf im Herzen Westfalens, aber er hat viel davon gehört. Zuletzt erzählte ihm Dominik Fabianowski, der Vorjahressieger, von diesem Spektakel, das Sportler seines Genres mit etwas verwöhnt, was sie sonst selten haben: Zuschauer, viele Zuschauer. 25.000 sind es etwa, sie sind schwer zu zählen, weil sie eine 15 Kilometer lange Strecke säumen und sich im Zentrum des Zielorts ballen. „Dominik war total begeistert“, erzählt Graw. Fabianowski wird auch heute am Start sein und versuchen, seinen ­Titel zu verteidigen.

Zur prickelnden Atmosphäre kommt die Laufbahn: B1, Asphalt, immer geradeaus. Das Profil ist nicht, wie irrtümlich oft angenommen, völlig flach; es hält leichte Anstiege bereit, aber keine Hügel und ist deshalb beliebt. „Es ist eine schnelle Strecke“, freut sich Graw. Der 21-Jährige ist gerade dabei, seinen Rhythmus auf längere Distanzen umzustellen.

Verblüffende Zeit beim ersten Halbmarathon

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Er kommt von den 5000 Metern, hat aber in diesem Jahr eine aufschlussreiche Erfahrung gemacht: Zum Trainingszweck lief er in Münster einen Halbmarathon und verblüffte mit seiner Zeit von 1:07:45 Stunden. Damit schoss er auf Platz vier der deutschen Junioren-Jahresbestenliste. Was dabei herauskommt, wenn er ernsthaft auf diese Disziplin hinarbeitet, möchte er im neuen Jahr herausfinden. Werl/Soest bietet ihm mit den 15 Kilometern ein ideales Feld.

Im Sommer sah es nicht so aus, als könnte Graw es im Winter bis an eine Startlinie schaffen: Eine Entzündung des Mittelfußknochens zog den jungen Mann jäh aus dem Verkehr. „Eine sehr langwierige Sache“, sagt Graw. Die Heilung zieht sich hin, weil der Fuß nicht völlig geschont werden kann. An Training ist nicht zu denken. Zwei Monate lang musste er sein Programm auf Fahrradfahren und Schwimmen reduzieren, dann begann er vorsichtig wieder mit dem Laufen. „Ich bin jetzt schmerzfrei“, sagte er.

Sechs, sieben Einheiten pro Woche

Sein Trainingspensum hat er inzwischen hochgeschraubt auf sechs, sieben Einheiten pro Woche, immer noch ist Graw beim Physiotherapeuten in Behandlung. Ob er je zurück auf zehn, elf Trainingsabschnitte gelangen kann, muss sich zeigen. Doch das ist vielleicht gar nicht so wichtig für seine Entwicklung: „Ich mache die Erfahrung, dass man mit weniger Training mehr erreichen kann: Die Qualität des Trainings ist jetzt höher, die Quantität niedriger.“

Seit Oktober kombiniert Graw seinen Sport mit einem Studium an der Technischen Universität Dortmund. Deutsch und Philosophie sind seine Fächer für das Lehramt am Gymnasium. Zurzeit geht es um antike Philosophie. „Der Stundenplan ist gut“, sagt Graw, der zum Pendler zwischen Bottrop und Dortmund geworden ist. 48 Minuten eine Strecke mit dem Zug - von Werl nach Soest muss er auf den Füßen ein, zwei Minuten schneller sein, wenn er seiner Favoritenrolle gerecht werden will.

Klaus Theine

Kommentare
31.12.2012
08:52
Bottroper Graw will Silvesterlauf Werl/Soest gewinnen
von mafra7wfn | #1

Silvesterläufe sind reine Zeitverschwendung und sollten abgeschafft werden!

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