Blinkende Windräder stören Tag und Nacht

Geplanter Windpark bei Altenrüthen..  Auch Drewer ist von der Windkraftproblematik massiv betroffen. Neben der Vorrangzone im Südosten zwischen Altenrüthen und Drewer erstrecken sich entlang des Haarstrangs im Norden geschätzt etwa 50 Windräder in den Warsteiner und Rüthener Vorrangzonen. Vom Hartweg aus betrachtet nehmen sie den gesamten Horizont ein.


Selbst in ihrer Vielzahl werden die Anlagen bisher weitgehend hingenommen und akzeptiert. Bei regnerischem Wetter liegen die Anlagen manchmal im Nebel oder sind gegen graue Wolken auch tagsüber kaum auszumachen. Nachts sind sie ohnehin nicht zu sehen.


Mit der Errichtung des großen Windrades im Bereich Altenrüthen ist eine neue Form einer optischen Beeinträchtigung entstanden, die bisher rund um Drewer nicht existierte. Das Windrad blinkt ununterbrochen tagsüber hell, ab Eintritt der Dämmerung bis zum nächsten Morgen rot. Es ist bereits aus weiter Entfernung zu sehen. Nach meinem Kenntnisstand sollen dort noch zwei weitere ebenso hohe Anlagen errichtet werden, die ebenfalls eine entsprechende Lichtsignalanlage erhalten werden.


Alle Anlagen über 100 Meter müssen mit Blinklichtern ausgestattet werden. So wie aus einigen wenigen Rädern vor etwa 20 Jahren ein „Wald“ geworden ist, steht zu befürchten, dass aus bisher einer blinkenden Anlage ein „blinkender Wald“ entsteht. Die Anlagen sind bei jeder Wetterlage präsent und würden insbesondere in den dunklen Stunden mit den rot blinkenden Warnsignalen weithin sichtbar so in Erscheinung treten, dass sie die Aufmerksamkeit von jeder anderen Wahrnehmung ablenken. Sollte sich die Anzahl dieser Anlagen weiter erhöhen, entstünde eine unzumutbare erhebliche Minderung der Lebens- und Wohnqualität. Die heutige Situation würde dadurch nicht nur für die nahe Wohnbebauung, sondern weiträumig erheblich verändert. Der hervorgerufene Störgrad würde selbst durch kompaktere Anlagen, die bei Festsetzung einer Maximalhöhe entstehen könnten, bei weitem nicht erreicht.


Das Interesse der Windradbetreiber, durch Ausreizen des technisch Machbaren maximalen Gewinn zu erzielen, muss hinter dem Interesse der Allgemeinheit an einem gesunden Lebens- und Wohnumfeld zurückstehen. Das hohe Interesse an Ökostrom und das der Städte an den Gewerbesteuern darf nicht dazu führen, dass das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme der Wohn- und Gewerbenutzung durch diese neue Beeinträchtigung so eklatant verletzt wird. Dagegen müssen wir uns ortsteilübergreifend gemeinsam wehren.
Ulla Aust, Drewer