Besser die Feldflur nutzen

Windkraft. Nicht nur als Bauleiter und Planer im Bereich von elektrotechnischen Großanlagen bundesweit – und Warsteiner – bin ich über den o. g. Zeitungsbericht doch sehr verwundert und im höchsten Maße schockiert.


Doch zuerst zu den Fakten: Laut Zeitungsbericht haben sich 27 Waldbesitzer zu einer GbR zusammengetan. Die Windenergieanlagen, die auf ihren zu verpachtenden Grundstücken im Naturpark Arnsberger Wald auf einer Fläche von circa 600 Hektar entstehen sollen, beabsichtigen sie zu sehr komfortablen Pachterträgen an diverse Investoren höchstbietend zu vermarkten. Die dort zu errichtenden Anlagen werden mit einer Anzahl von 12 bis 15 Windrädern beziffert.


Dafür müssten große Flächen mit bis zu 100 Jahre alten Buchen- und Fichtenbeständen gefällt werden. Anschließend wird über eine noch zu planende Kabeltrasse dieses Gebiet elektrotechnisch ans EVU-Netz angeschlossen – was wiederum mit diversen Baumfällungen unausweichlich verbunden ist. Synchron werden bestehende Waldwege und neue Anbindungen in Autobahnbreite ausgebaut bzw. neu errichtet. Erst Jahre später erfolgt dann die Neubepflanzung, wobei in einem Radius von circa 75 Metern um jede Windanlage keine Aufforstung aus Wartungszwecken möglich ist.


Dieses Vorgehen ist bei aller Liebe zur ökologischen Energiegewinnung, nicht nur aus ökonomischer und touristischer Sicht, fraglich oder sogar sträflich. Die Beurteilung der Auswirkungen auf die Flora- und Faunalandschaft lasse ich in meiner Schilderung außen vor, da diese Stellungnahme ansonsten erheblich umfangreicher würde.


Hierzu können sich ja gegebenenfalls noch der Bund und die Nabu zu Wort melden. Was nun die Motivation der GbR`ler angeht, sei folgendes festzustellen: Einige dieser Waldbesitzer leben und wohnen nicht in Warstein und werden somit auch nicht täglich mit ihren Verpachtungen konfrontiert. Sollten sie aber dennoch damit visuell belästigt werden, können sie sich damit trösten, dass pro verpachteter Grundstücksfläche – bezogen auf ein Windrad und einer durchaus üblich anzusetzenden Laufzeit von 20 bis 30 Jahren – ein Pachtzins von bis zu drei Millionen Euro pro Anlage garantiert ist.


Meiner Meinung nach ist es besser, weitere Anlagen in der Feldflur auf der Haar zu ermöglichen. Gegebenenfalls sollte man sich vergewissern, ob nach über sieben Jahren - der Wachtelkönig – immer noch die vorhandene Vorrangzone – oberhalb von Westendorf – für solche Anlagen bebrütet.


Ich bin mir sicher, zu diesem Szenario gibt es mit ordentlichen Sachverstand und etwas guten Willen bessere Alternativen, als solche Industriegiganten in einem Naturpark zu errichten – zumal ich deren ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen in keinster Weise nachvollziehen kann.