Berthold Linn führt „treff“-Trägerverein in die Zukunft

Das Kinder- und Jugendzentrum kann mit seinem starken Trägerverein auf Unterstützung setzen.
Das Kinder- und Jugendzentrum kann mit seinem starken Trägerverein auf Unterstützung setzen.
Foto: Marcus Kloer
Was wir bereits wissen
Der Trägerverein des „treffs“ hat einen neuen Vorsitzenden: Berthold Linn führt künftig die Geschicke der Einrichtung.

Rüthen..  Der Trägerverein des Kinder- und Jugendtreffs Rüthen hat einen neuen Vorstand: Rita Schütte übergab ihr Amt als Vorsitzende an Berthold Linn. Ihm zur Seite steht nun Ulla Lauterbach, die Franz-Josef Ebert als 2. Vorsitzenden ablöst. Ewald Wenge bleibt weiter für die Kasse zuständig. Beatrix Krüper ist neue Beisitzerin, sie löst Harald Jütte und Jürgen Steinmetz ab.

Die Arbeit im „treff“ hat sich verändert, nachdem die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Schwesternheim Maria vom Stein eröffnet und die Kinder- und Jugendlichen das Freizeitangebot für sich entdeckt hatten. Rita Schütte berichtete, dass teilweise über 100 Besucher der Unterkunft an einem Tag erschienen waren.

Jetzt feste Zeiten

Im Dezember gab es daraufhin Gespräche mit den Johannitern als Verantwortliche für die Einrichtung, und seit Januar 2015 gibt es feste Zeiten für Flüchtlinge: Montags und donnerstags. Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 21 Jahren nutzen die Einrichtung an der Hachtorstraße, wobei es immer mal wieder Wellenbewegungen gibt, je nachdem welche Flüchtlinge gerade in der Unterkunft sind und wie lange sie bleiben. „Aktuell läuft es ganz gut“, betonte Schütte. Vor allem kämen jetzt die heimischen Jugendlichen wieder, denen es vorher zu voll geworden war. Probleme bei der Verständigung gebe es zwischen Einheimischen und Flüchtlingen nicht: Einige könnten Deutsch, andere Englisch, alles andere geht „mit Händen und Füßen“. „treff“-Leiterin Sabine Schleef: „Am Kicker-Tisch kann man stehen, ohne zu sprechen.“

Vorsitzende Rita Schütte dankten dem Vorstand und den pädagogischen Mitarbeitern im Treff. Zudem arbeitet man mit engagierten Honorarkräften, wobei insbesondere noch Männer, die sich mit Handwerk auskennen, benötigt werden. Als Praktikanten würden inzwischen nur noch Studenten eingesetzt.

30 Wochenstunden geöffnet

Schleef informierte darüber, dass der Treff an 30 Wochenstunden geöffnet habe. Die späten Abendstunden, vom Kreisjugendamt gewünscht, würden in Rüthen wenig genutzt. Man passe sich bei den Öffnungszeiten den Wünschen an. Durchschnittlich kämen 15 Kinder und 17 Jugendliche pro Tag. Im vergangenen Jahr waren es 6778 Besucher, darunter 2501 weibliche. 713 Besucher waren Migranten. Letzteres „war für die Kinder eine herausfordernde Situation; auch wir waren herausgefordert.“

Herbert Wulfert erinnerte daran, dass die Kinder im „treff“ auch im Rahmen der Aktion „Tischlein Deck Dich“ zu essen bekamen: „Dann klauen sie nicht“. Leider fehlen die Mittel für das Projekt. Der „treff“ sei für viele längst eine Ersatzfamilie. Traurig stimme ihn, dass einige Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder die Einrichtung besuchen.

Der „treff“ engagiert sich bei den Mädchenwelten/Jugendwelten in der 9. Jahrgangsstufe, bot inzwischen zum zweiten Mal die Aktion „Volle Pulle ins Leben“ mit Aufklärung zum Alkohol an und organisiert ein Ferienprogramm für die Offene Grundschule. „Frust bleib’ draußen“ hieß es für die 3. und 4. Klassen der Nikolausschule. Mit dem Gymnasium gab es Diskussionsrunden zum Thema Gewalt.

Erstmals habe man während der gesamten Sommerferien geöffnet gehabt, was bei den Jugendlichen sehr gut angekommen ist. Das galt auch für das Projekt, als Kinder einen Sport-Spot zur Fußball-WM drehten und zur Belohnung mit dem Bus zum Bundesligaspiel der Paderborner gegen Freiburg fahren konnten.

Die Kinder und Jugendlichen, das zeigte die Reaktion des Nachwuchses in der Versammlung, wissen das „treff“-Angebot zu schätzen und lobten das Team in den höchsten Tönen.