Bereitschaft zu Hungerstreik lässt nach

Rüthen..  Die Überzeugungsarbeit der ehrenamtlichen Betreuer hat Früchte getragen. Die Bereitschaft zum Hungerstreik in der Asylbewerberunterkunft am Heidberg bröckelt. „Wir haben denen richtig Bescheid gegeben, dass es nicht richtig ist, was sie tun“, erklärt Helga Schüller, die die Menschen dort betreut. „Die Anstiftung zum Hungerstreik trägt jetzt nicht mehr, die Überzeugung bröckelt.“ Derzeit seien noch zwei Männer im Streik, „wovon der eine beratungsresistent ist und der andere, der aus Bangladesh kommt, kein Wort Deutsch spricht. Der weiß gar nicht, was er da macht.“ Die Heidberg-Bewohner seien fromme Muslime, denen Fasten nichts Fremdes sei. „Aber, dass man über Tage nichts trinkt, ist gefährlich.“

Hoffen auf Einsicht

Nun hofft sie auf Einsicht der beiden Hungerstreikenden. „Die Stadt Rüthen tut für die Bewohner, was sie kann. Sie haben hier keine großen Nachteile – das einzige ist die Verkehrsanbindung.“ Wünschenswert sei es daher, wenn die Stadt für eine regelmäßige Buslinie zahlen würde. Dass dies bei den wenigen Bewohnern schwierig werde, sei verständlich. Wenn nun zwei Arbeit finden, bleiben eventuell nur zwei oder drei Bewohner am Heidberg zurück, was das Gefühl von Einsamkeit noch verstärkt. „Die Unterkunft in Kallenhardt ist im Vergleich eine Bruchbude. Aber die Bewohner sind zufrieden, weil jede Stunde ein Bus fährt.“

Das Thema Heidberg war auch eines der Themen beim Treffen des Rüthener Netzwerkes Forum für Soziales (wir berichten noch).