Bei offenem Feuer lauern viele Gefahren

Brandschutzaufklärung für die Bewohner des Hauses für Generationen übergreifendes Wohnen, Kapuzinergasse. Durchgeführt wurde die Brandschutzaufklärung durch Kameraden des Löschzuges 1 der Feuerwehr Rüthen.
Brandschutzaufklärung für die Bewohner des Hauses für Generationen übergreifendes Wohnen, Kapuzinergasse. Durchgeführt wurde die Brandschutzaufklärung durch Kameraden des Löschzuges 1 der Feuerwehr Rüthen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Gerade jetzt in der Weihnachtszeit brennen Kerzen. Eine potenzielle Gefahr. Aber auch andere technische Geräte können einen Brand verursachen. Und dann? Tipps von der Feuerwehr.

Rüthen..  Nicht nur im Kindergarten oder in der Schule soll und muss die Brandschutzaufklärung stattfinden. Auch lebenserfahrene Menschen sollten im Interesse der eigenen Sicherheit wissen, welche Gefahren bei offenem Feuer lauern und wie man damit sicherheitsbewusst umgeht.

Selbst wenn es dann zum Entstehungsbrand gekommen ist, kann jeder zur gezielten Gefahrenabwehr beitragen. Aus diesen Grund haben sich jüngst die Bewohner des „Mehrgenerationenhauses“ aus der Kapuzinergasse an die Feuerwehr Rüthen gewandt, um hier einen lehrreichen Nachmittag im Umgang mit Feuer und dem Feuerlöschen zu erleben.

Gibt es doch in den eigenen vier Wänden genug Möglichkeiten, dass ein Brand durch elektrische Geräte wie Bügeleisen, Heizdecke oder Toaster entstehen kann, wie die Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus am Gartenweg eindrucksvoll erläuterten. Aber auch gerade jetzt in der Weihnachtszeit, in der zu Hause Kerzen brennen, können diese durch Unachtsamkeit oder einfaches Vergessen einen Brand auslösen.

Ernstfall an Brandsimulator üben

In einer Löschübung dokumentierten die Brandschützer des Löschzuges Rüthen, was zu tun ist, wenn es dann doch zum Brand gekommen ist. Ruhe bewahren ist oberstes Gebot, um sich dann darauf zu besinnen, wo der nächste Feuerlöscher wartet. Das man diesen dann auch richtig einsetzen kann, wurde bei der Feuerwehr Rüthen durch die Kameraden Stefan Cramer und Rainer Cazin mit den Bewohnern an einem Brandsimulator geübt.

Der effiziente Umgang wurde gezeigt und konnten den Bewohnern der Kapuzinergasse selbst geprobt werden. Nicht immer aber ist man mit dem Feuerlöscher erfolgreich und kann den Brand wirkungsvoll löschen. Der Tipp der Brandschützer: „Sofort raus aus dem Gefahrenbereich und die Feuerwehr anrufen!“

Training nimmt Stressmoment

Der Feuerwehr-Notruf 112 dürfte fast jedem geläufig sein, aber wer hat denn schon mal dort angerufen? Hinzu kommen noch der situative Stress und die verständliche Nervosität, weil es ja schon brennt oder ein Unfall passiert ist.

Im Kreise der Brandschützer konnten die ratsuchenden Gäste auch diese Situation simulieren. Ausgiebig besprochen wurde, was der Betroffene am Telefon melden sollte, zumal alles ganz schnell gehen soll und bereits beim Wählen die Hände zittern. Auch diese Situation wurde mit den Bewohnern durchgespielt, um hier ein Stück Angst im wirklichen Notfallmoment zu nehmen.

Fett nie mit Wasser löschen

Die wichtige Frage nach möglichen Gefährdungspotenzialen im Haushalt wurde auch im Hinblick auf den vorbeugenden Brandschutz beantwortet. Mehr noch: Denn mit einer imposanten Versuchsanordnung zeigten die Wehrmänner die gefährliche Situation, wenn die Pfanne auf dem Herd oder die Fritteuse mit ihrem Fett plötzlich Feuer gefangen hat, weil man sie zu sehr erhitzt hatte. „Der Wasserhahn ist zwar meist direkt in Griffnähe, aber die genau falsche Löschreaktion! Versuchen Sie nie, brennendes Öl oder Fett mit Wasser zu löschen!“, lautete der eindringliche Ratschlag. Was dann passiert, sollte der demonstrierte Versuch eindrucksvoll und abschreckend zeigen. Mit nur wenigen Millilitern Wasser entstand vor den Augen der Zuschauer eine meterhohe Fettexplosion.

Rauchmelder warnt vor Rauchgasen

Wenn es tagsüber vergleichsweise leicht fällt, auf einen Entstehungsbrand richtig zu reagieren, sieht es in der Nacht ganz anders aus. Während des Schlafens bekommen die Bewohner von dem Feuer im anderen Zimmer nichts mit. Der Rauch aber bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg zum Schlafenden, der die Rauchgase ganz unbewusst einatmet. Die Folge ist eine Bewusstlosigkeit und der späterhin eintretende Tod. „Rund 90 Prozent aller Brandopfer sterben durch Einatmen der Rauchgase und nicht durch verbrennen“, wussten die Einsatzkräfte zu berichten. Die Feuerwehr weist deshalb noch einmal auf die Notwendigkeit eines Rauchmelders hin. Dieser erkennt Rauch und schlägt durch ein lautes Piepen Alarm. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Gerät verschafft den Bewohnern die nötige Zeit, um den Gefahrenbereich zu verlassen und Hilfe zu holen. Für die Bewohner der Kapuzinergasse war es ein lehrreicher Nachmittag, der dankbar zur Kenntnis genommen wurde.