B 55n in „frühem Planungsstand“

Modell der Umgehungsstraße B55n im Landesbetrieb Straßen.NRW in Meschedem fotografiert am Dienstag, 19. Februar 2013.
Modell der Umgehungsstraße B55n im Landesbetrieb Straßen.NRW in Meschedem fotografiert am Dienstag, 19. Februar 2013.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die B 55n ist gefühlt seit Jahrzehnten in der Planung - doch wo stehen die Überlegungen zur Ortsumgehung wirklich? Wir haben beim Bundesverkehrsministerium nachgefragt.

Warstein.. BG-Fraktionschef Jochen Köster hatte es bereits im letzten Stadtentwicklungsausschuss zur Sprache gebracht: „Die B 55n ist zur Zeit nicht mehr als ein Traum, mit dem man uns erpressen will.“ Was Köster im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Abbruchgenehmigung für Cemlapis sagte, beinhaltet viel Wahres. Nach Aussage des Bundesverkehrsministeriums in einem „frühen Planungsstand“. Dies ergab eine Anfrage der WESTFALENPOST.

Der Entwurf

Im geltenden Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen (BPL) ist das Vorhaben mit der Dringlichkeitsstufe „Vordringlicher Bedarf“ bewertet. „Unterschiedliche kommunale und regionale Wünsche führten zu ergänzenden Variantenuntersuchungen, so dass sich das Projekt noch in einem frühen Planungsstand befindet“, so das Bundesverkehrsministerium. Derzeit werden vom planenden Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen die Entwurfsunterlagen für die Ortsumgehung erarbeitet.

Die Vorprüfung

Bevor der neue Bundesverkehrswegeplan (siehe Infokasten) im Herbst erscheint, werden in einem vorgeschalteten Bewertungsverfahren alle Vorhaben, die sich noch nicht im Bau befinden, nochmals geprüft und nach ihrem Bedarf bewertet. Dies gilt auch für die B 55, die vom Land Nordrhein-Westfalen als ein Teilprojekt des Gesamtprojektes „B 55, Olpe (A 4) – Anröchte (A 44)“ angemeldet wurde.

Die Bewertung

Bis Herbst dieses Jahres erfolgt diese Bewertung der für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 vorgeschlagenen Projekte. Warstein steht hier neben insgesamt rund 2000 Projekten. Diese Projektvorschläge werden dann einer standardisierten Bewertung unterzogen. Dies beinhaltet zum Beispiel eine Kosten-Nutzen Analyse sowie eine umwelt- und raumordnerische Beurteilung.

Der Plan

Erst nach Abschluss dieser Bewertungsphase liegt ein erster Entwurf des Bundesverkehrswegeplans vor, der dann in ein umfangreiches Konsultationsverfahren geht. Der daraufhin erstellte zweite Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan geht dann Ende des Jahres ins Kabinett. Wann daraus ein konkreter Bautermin für die B 55n resultiert, dazu wollte das Ministerium keine Angaben machen.