Autobahnzubringer ab Juli mautpflichtig

Kreis Soest..  Wenn am 1. Juli die vom Bundestag beschlossene Ausweitung der Lkw-Maut auf vierstreifige Bundesstraßen in Kraft tritt, sind erstmals auch zwei kleinere Abschnitte im Kreis Soest dabei: Die Autobahn-Zubringer von der A 44 bis zur früheren B 1 in Soest und in Erwitte mit zusammen rund vier Kilometer Strecke.

Insgesamt werden weitere 1100 Kilometer Bundesstraßen in das für Lkw über zwölf Tonnen mautpflichtige Netz einbezogen. Bereits drei Monate später tritt allerdings die nächste Stufe der Mautausweitung in Kraft. Dann werden alle Lkw ab 7,5 Tonnen abgabepflichtig. Darüber hinaus ändern sich die Tarife. Die Mautsätze bestehen aus Teilsätzen für die Schadstoffklasse und die Infrastruktur. Letzterer ist abhängig von den Achsklassen, die von zwei auf künftig vier erweitert werden.

Unternehmen, die die mautpflichtigen Straßen häufig befahren und/oder mit ihrem Lkw ab 7,5 Tonnen zum 1. Oktober Maut zahlen müssen, sollten sich rechtzeitig bei Toll Collect (www.toll-collect.de) registrieren und ein Fahrzeuggerät (On-Board Unit „OBU“) für die automatische Erhebung einbauen lassen, empfiehlt die IHK Arnsberg. Dies ist der einfachste Weg der automatisierten Mautentrichtung.

Gelegentliche Nutzer mautpflichtiger Strecken müssen zunächst einmal ermitteln, ob ihr Streckenabschnitt einen abgabepflichtigen Teil enthält. Das ist schon deshalb nicht ganz einfach, weil sich diese Bundesstraßen auf ganz Deutschland verteilen, darunter auch 44 Abschnitte, die nicht unmittelbar an das übrige mautpflichtige Netz angeschlossen sind. Für solche Fälle stehen alternativ Terminals und die Internet-Einbuchung zur Verfügung.

„Für Fahrten im Raum Soest kann das aber mitunter zu einem völlig unverhältnismäßigen Aufwand führen“, warnt Thomas Frye, IHK-Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik. Wer mit seinem Lkw aus Möhnesee-Delecke kommend die Autobahn-Anschlussstelle Soest/Möhnesee passiert, um anschließend links in die Emdenstraße zum Gewerbegebiet Soest-West einzubiegen, fährt einen Kilometer auf einer mautpflichtigen Strecke. Ähnlich ergeht es Lkw-Fahrern, die in entgegengesetzter Richtung von der Emdenstraße auf die B 229 ins Stadtzentrum fahren. Frye: „In beiden Fällen werden ab Oktober – je nach Größe und Emissionsklasse des Fahrzeugs – zwischen 8,1 und 21,8 Cent fällig.“

Weitere Ausdehnung ab 2018

Die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen und die Einbeziehung von Fahrzeugen zwischen 12 und 7,5 Tonnen soll Mehreinnahmen von rund 380 Millionen Euro bringen und zweckgebunden für den Erhalt des Autobahn- und Bundesstraßennetzes verwendet werden. Ab 2018 wird die Maut in einem weiteren Schritt auf alle Bundesstraßen ausgedehnt. „Dann entfällt jedenfalls weitgehend die Unsicherheit über die Mautpflichtigkeit einer Strecke“, resümiert Thomas Frye.