Auswärtige schätzen Kulturangebot

Wünschen sich mehr Resonanz durch die Rüthener: Eleonore Scholz, Rolf Gockel und Peter Weiken vom Vorstand des Kulturring Rüthen.
Wünschen sich mehr Resonanz durch die Rüthener: Eleonore Scholz, Rolf Gockel und Peter Weiken vom Vorstand des Kulturring Rüthen.
Foto: WP
Zu wenig nutzen die Rüthener nach Meinung von Rolf Gockel, Vorsitzender des Kulturrings Rüthen, das kulturelle Angebot in ihrer Stadt. Diese Kritik äußerte er bei der Sitzung der Kulturförderer.

Rüthen..  Zu wenig nutzen die Rüthener nach Meinung von Rolf Gockel, Vorsitzender des Kulturrings Rüthen, das kulturelle Angebot in ihrer Stadt. Diese Kritik äußerte er bei der Sitzung der Kulturförderer. Ob bei Konzerten in den eigenen Mauern oder Fahrten zu hochkarätigen Kunstausstellungen und -museen, „die Auswärtigen sind meistens in der Überzahl“, merkte Gockel an, ohne dass er missverstanden werden wollte. Natürlich freue er sich über das Interesse eines Teilnehmerkreises, der von Warstein bis Lippstadt reicht.

Am Geld kann es nicht liegen. Die Fahrten gibt es zu moderaten Preisen. Dafür gab es Kunstgenüsse wie eine Chagall-Ausstellung oder die Doppelschau über die Künstlerfreundschaft August Macke und Franz Marc. Der Eintritt zu Konzerten kostet generell nur fünf Euro, wobei vermehrt Benefizkonzerte angeboten werden. Auch das Knüpfen von Kontakten zur Christine-Koch-Gesellschaft, die ihre literarischen Pfingsttreffen in Rüthen abhält, habe die Einheimischen nicht verstärkt anlocken können, monierte Gockel.

Werbung intensivieren

Allerdings schwächte Franz Kaps die Kritik ab. Er erinnerte an die Verhältnismäßigkeit von Angebot und potenziellen Nutzern im recht kleinen Rüthen. „Wir können zufrieden sein mit dem, was wir haben.“ Auch warnte er davor das Angebot zu stark am Zeitgeschmack zu orientieren. Einig war man sich, dass mehr Werbung, wie von Dr. Eckart Tannhäuser angeregt, nützlich sein könnte.

Sieben Konzerte und fünf Fahrten bot der Kulturring im vergangenen Jahr an. Zudem trat er als Förderer anderer kultureller Veranstaltungen in Erscheinung. So freuten sich der Kinderchor über Unterstützung bei einem Musicalprojekt, der Kammerchor für ein Konzert, die Ohrenspitzerbande des Friedrich-Spee-Gymnasiums für ein Hörspiel und Karsten Krebsbach über Zuschüsse zu seinem Konzertangebot im Alten Rathaus. „Zuwendungen sind reichlich geflossen“, bilanzierte Rolf Gockel. Unter dem Strich handelte es sich um mehrere tausend Euro.

Und das, obwohl auch für den Kulturring die Zeiten finanziell nicht rosiger werden. Trotzdem ist der Kulturring finanziell gut aufgestellt, wie der Kassenbericht von Bürgermeister Peter Weiken unter dem Strich ergab. Dazu trägt neben der Förderung durch die Stiftung die Stadt mit einem Zuschuss von rund 3000 Euro bei. Für das laufende Jahr prognostizierte er eine „schwarze Null“, für die Folgejahre müsse man schauen, wie weit das finanzielle Polster reicht.

Niedrigzinsen drücken Erträge

Dies liegt vor allem daran, dass die Dr.-Tillmann-Stiftung ihrer Unterstützung wie bereits angekündigt auf 2000 Euro halbieren muss. Dies wird allerdings erst zum laufenden Jahr wirksam. Grund dafür ist laut Wolfgang Henze vom Kuratorium das niedrige Zinsniveau. „Stiftungen leben von ihren Zinseinkünften und da ist auf Dauer nicht viel zu erwarten“, bedauerte er, dass die Förderung der Kultur in Rüthen zurückgefahren werden muss.

Mit zwei Aktionen wird die Gruppe Jodocus laut Franz Kaps das Verlegen der ersten sechs Stolpersteine in Rüthen begleiten, die auf die Spuren jüdischen Lebens hinweisen. Dieses erfolgt wie berichtet am 1. Juli. An den beiden Wochenenden davor wird Jodocus aktiv. So findet ein literarischer Abend mit Werken des jüdisch-polnischen Lyrikers Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966) statt. Es lesen Dr. Paul Erdelyi, Dr. Wilfried Huck und Franz Kaps.

Jüdisches Leben dokumentieren

Der zweite Abend widmet sich dem Werk „Empfänger unbekannt“, einem fiktiven Briefwechsel zweier Freunde aus den Jahren 1932 bis 1934. Außerdem wird überlegt, Fotos, die jüdisches Leben dokumentieren, in Geschäften auszustellen. Ein neues Theaterprojekt hingegen ist von Jodocus vorerst nicht zu erwarten. „Es ist schwer Leute mittleren Alters, die im Beruf stehen, dafür zu begeistern“, bedauerte Kaps.

Begeistern lassen sich hingegen immer wieder Menschen für die Kunsttage, wie Gisela Michels sich freute. Vom 2. bis 5. Juli finden sie statt und sind schon gut gebucht. Außerdem geht es in den Herbstferien wieder zu Kunsttagen auf Langeoog – auch ein Selbstläufer.

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