Ausspannen am großen Gartenteich

Mein schöner Garten: Im Garten von Gudrun und Günter Heck; Hanggarten mit zwei Teichen in Sichtigvor
Mein schöner Garten: Im Garten von Gudrun und Günter Heck; Hanggarten mit zwei Teichen in Sichtigvor
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Fische und Pflanzen sind die große Leidenschaft von Günter Heck. Beides findet sich in seinem kleinen Gartenparadies, zu dem er an diesem Wochenende die Pforten öffnet.

Sichtigvor..  Es ist dieses beruhigende Plätschern, das im Hanggarten von Günter und Gudrun Heck gleich auffällt. Die Ursache dafür sind zwei große Gartenteiche, die durch einen Wasserlauf verbunden sind. Nach einem stressigen Tag möchte man sich hier einfach niederlassen, die Augen schließen und vor sich hin träumen. Schließlich ist auch das Drumherum Idylle pur. Eingebunden ist die Teichanlage in einen ländlichen Garten mit Rosen, Stauden, Formgehölzen – und vor allem vielen Buchsbäumen. Über 100 Stück hat Günter Heck in seinem Garten verteilt.

Kartoffeln gegen Unkraut

„Das war hier früher komplett ein Nutzgarten“, erzählt er. Davon war allerdings schon nicht mehr viel zu sehen, als er Haus und Garten vor 25 Jahren erwarb, hatte das Haus doch zwei Jahre leer gestanden. „Im gesamten Garten standen zwei Meter hohe Disteln, überall gab es Giersch – das war total verwahrlost.“ Schon damals reifte in ihm die Idee, auf dem Gelände Teiche anzulegen. „Ich hatte auch früher schon Teiche, das Gelände ist optimal.“

Zunächst musste jedoch das Unkraut entfernt werden. Auf dem gesamten Gelände pflanzte Heck daher Kartoffeln. Im nächsten Jahr legte er den ersten, kleinen Teich im oberen Bereich des Gartens an und säte den übrigen Garten ein mit Rasen. „Ich hatte damals einen 12- bis 14-Stunden-Tag und keine Zeit, mich um den Garten zu kümmern, Rasen mähen war das einzige, was ich konnte.“

Garten der Kindheit nachgebaut

Vor zehn Jahren hat der Gartenfreund dann seinen zweiten Teich angelegt und begonnen, die Rasenflächen abzubauen. „Meine Mutter hatte einen ähnlichen Garten, den hab ich in Gedanken nachgebaut.“ Auf den Garten hinter dem Haus folgte der Vorgarten, so dass sich nun das gesamte Grundstück als grünes Paradies präsentiert.

„Ich habe über 100 Buchsbäume verteilt, die durch zwei Buchsbäume meiner Mutter entstanden sind. Die waren über 50 Jahre alt und haben das Umpflanzen überlebt. Seit 25 Jahren ziehe ich jedes Jahr neue Buchsbäume.“ Dieses Ziehen von Pflanzen ist Günter Hecks Leidenschaft. „Ich habe auch die Toscana-Stämmchen selbst aus Samen gezogen. Es dauert sehr lange, bis sie einen so dicken Stamm haben, dass man sie einpflanzen kann – das dauert ohne Weiteres sechs bis sieben Jahre.“ Zur Erläuterung hält Heck ein vielleicht zehn Zentimeter hohes Bäumchen in einem Topf hoch, der bereits drei Jahre alt ist. „Für das Ziehen von Pflanzen muss man Geduld haben.“

Streifenahorn ist Blickfang

Aber nicht nur Grün findet sich im Garten des Sichtigvorers, es blüht auch. Vor allem Stauden und Rosen hat Heck angepflanzt. Ein besonderes Prachtstück: Eine große Eselsdistel. „Die ist zweijährig. ich ziehe bereits eine neue, damit immer ein Blickfang da ist.“ Ein solcher ist auch der Streifenahorn (Red Flamingo), dessen Blätter ein besonderes Farbenspiel zeigen. „Solche Pflanzen, die mich persönlich interessieren, versuche ich nachzuziehen. Wenn es klappt, verschenke ich sie, damit ich etwas Neues ausprobieren kann. Blumen und Fische sind mein Hobby.“

Kleine Teiche machen mehr Arbeit

Damit zurück zu den Gartenteichen, die das Herzstück des Gartens bilden. Kois und Störe tummeln sich im großen Teich, Fahnenkarpfen und ein echter Karpfen. „Den habe ich vor 16 Jahren zum Geburtstag gekriegt, der wiegt heute zehn bis zwölf Kilogramm“, erzählt Günter Heck. „Der Karpfen ist der Chef im Teich.“

Sofort räumt er auch mit dem Gerücht auf, dass solche Teiche viel Arbeit machen: „Je kleiner der Teich ist, je mehr Arbeit hat man.“ Seine Teichanlage verfügt unter der Terrasse über eine Filteranlage, die zwei Kubikmeter Wasser fasst. Die beiden Teiche sind durch einen Wasserlauf verbunden, eine weitere Verbindung besteht zum Brunnen. „Wenn ich das Wasser im Teich zum Reinigen ablasse, habe ich Nutzwasser im Brunnen.“ Auch vom Dach der Gartenlaube fängt er das Wasser auf, damit es nicht in der Kanalisation verschwindet. „Wir brauchen täglich 150 bis 200 Liter Wasser zum Gießen. Meine Frau und ich gießen täglich eine Stunde.“

Neben Unkraut jäten und Fugen auskratzen ist das Blumen gießen der einzige Bereich, wo Gudrun Heck Hand anlegen darf. „Meine Frau hat im Garten nichts zu sagen, das ist mein Reich. Sie war nie so der Gartenfan – aber heute ist sie genau so begeistert vom Garten wie ich.“