Auf dem Weg zu kreativer Individualität

Malkursus mit Marita Mues im Haus Kupferhammer
Malkursus mit Marita Mues im Haus Kupferhammer
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Neue Techniken erlenrne die Seminarteilnehmer am Malkursus der Suttroper Künstlerin Marita Mues. Begeistert sind sie , wie schnell unter fachkundiger Anleitung Kunstwerke entstehen.

Warstein..  Es herrscht eine konzentrierte Stille im Haus Kupferhammer. In sich versunken sitzen sieben Frauen und ein Mann vor den Leinwänden und tragen Spachtelmasse aus Steinmehl, Schiefernmehl und Champagnerkreide auf, um so besondere Strukturen zu erhalten. Weiße Spachtelmasse auf weißen Leinwänden? Marita Mues, Suttroper Künstlerin und Leiterin des Malkurses in der altehrwürdigen Industriellenvilla, klärt auf: „Heute wird die Strukturierung aufgetragen, die über Nacht trocknen muss. Morgen werden die Bilder dann mit Naturpigmenten gestaltet.“

Nicht nur Vorarbeiten für das weitere Wochenende standen gestern zum Auftakt des Malkurses auf dem Programm, auch erste Ergebnisse konnten die Teilnehmer, teils Seminaristen, die bereits im vergangenen Jahr dabei waren, teils Neulinge, am ersten Nachmittag präsentieren. Schließlich haben sie schon am Vormittag ein Aquarell zum Thema „Mediterranes Leben“ geschaffen, das durch eine fröhliche Farbkomposition besticht.

Ein Bild hierzu, wie auch zu den anderen Themen und Techniken, die an diesem Wochenende erlernt werden, hat Marita Mues im Vorfeld extra für das Seminar gemalt. Außerdem erhält jeder Teilnehmer eine Mappe mit der kompletten Arbeitsanleitung und Fotos. „Die Teilnehmer sollen eine Inspiration bekommen, wie jeder für sich die Malerei umsetzen kann“, erläutert die Künstlerin, dass diese Vorlagen lediglich ein Leitfaden seien.

Freiheit zu Individualität

„Wichtig ist, dass jedes Bild anders ist. Jeder sucht sich aus, welche Farben ihm am besten gefallen.“ Jeder solle sich die Freiheit nehmen, individuell zu malen und sich so selbst in seinem Werk wiederzufinden.

Diese Freiheit nimmt sich Ute aus Warstein. „Es macht einfach Spaß, kreativ zu sein und verschiedene Sachen auszuprobieren.“ Schon immer habe sie vorgehabt, die Malerei auszuprobieren – ohne Anspruch auf Perfektion und nur zum Spaß.

Dem kann Margit aus Lippstadt nur zustimmen. „Ich bin sehr begeistert. Es ist toll, dass wir so viele verschiedene Techniken lernen – und das in der tollen Atmosphäre im Haus Kupferhammer.“ Ein richtiger Neuling ist die Lippstädterin nicht. „Ich male selbst auch, aber sehr realistisch. Da ich abstrakt malen lernen wollte, hat mich dieses Seminar sehr gereizt.“ Lob finden die beiden Frauen für ihre Seminarleiterin, die ihnen die verschiedenen Techniken sehr lebensnah erkläre.

Die unterschiedlichen Techniken und Werkstoffe haben auch Theo aus Warstein besonders gereizt. „Ich habe immer schon gerne gemalt“, erzählt er. „Bei Kursen im kreativen Bereich bin ich oft der einzige Mann – ob bei der Keramik oder hier beim Malen – aber ich fühle mich wohl.“

Freude über den Aha-Effekt

Dazu tragen auch die angenehme Atmosphäre in der Gruppe und der Seminar-Ort bei. „Das ist schon sehr entspannend – wenn ich male, spüre ich nichts von meinen körperlichen Beeinträchtigungen.“ Zwar hat er bereits mit Acrylfarben und Aquarellkreiden gearbeitet, doch lernt er im Seminar ganz neue Techniken kennen. „Man spürt neue Kreativität. Es ist eine Herausforderung, mit neuen Materialien zu arbeiten. Du malst, nimmst eine Sprayflasche in die Hand – und dann kommt der Aha-Effekt.“

Sehr experimentierfreudig wird es heute im Seminar, wenn zum Thema Gerhard Richter in Rakeltechnik gearbeitet wird. Experimentiert wird außerdem mit dem Japanspachtel. „Die Freude und Inspiration bei dem Spirit in diesem besonderen Gebäude werden alle Teilnehmer noch lange begleiten“, ist sich Seminarleiterin Marita Mues sicher. Die nicken bestätigend.