Atemberaubender Blick auf das Hochmoor

Neue Aussichtsplattform im Moosbruch
Neue Aussichtsplattform im Moosbruch
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Eine Aussichtsplattform am Hochmoor Moosbruch nahe des Kapellenplatzes hatte Förster Henning Dictus schon lange auf seiner Agenda stehen. Nun ist dieses Projekt realisiert - mit Hilfe von sechs Jugendlichen und ihrem Ausbilder Norbert Enste.

Warstein..  Eine Aussichtsplattform am Hochmoor Moosbruch nahe des Kapellenplatzes hatte Förster Henning Dictus schon lange auf seiner Agenda stehen. Schließlich sind Hochmoore in Westfalen selten und mit Hilfe einer Plattform könnte man Wanderer auf seltene Naturbegebenheiten hinweisen, die sie hier finden. Nun ist die Idee in die Realität umgesetzt worden.

Verwirklicht werden konnte sie durch Norbert Enste, Ausbilder beim Anschubmodell für berufliche Einstiegsqualifizierung „Ich pack’ das“ bei Westnetz. Im Rahmen dieser Qualifizierung findet zur Teambildung auch eine Tageswanderung mit Ranger Jörg Pahl auf der Waldroute statt. „Wir wollten uns gerne für diese Führungen revanchieren“, erklärt Enste. Bei der Vollmondwanderung kam er mit Pahl und Henning Dictus ins Gespräch, die Idee für die Aussichtsplattform wurde geboren.

Enste bewarb sich bei der RWE, die sogenannte Companius-Projekte für den Umweltschutz fördert und bekam den Zuschlag. 2500 Euro erhielt die Stadt Warstein für das Projekt, Enste stellte außerdem die Arbeitskraft seiner sechs Jugendlichen zur Verfügung. Für diese handelte es sich bei der Errichtung der Aussichtsplattform um eine „Teambuilding-Maßnahme“, die zum Abschluss des Qualifizierungsjahres durchgeführt wurde. „Neben dem Arbeiten im Team sollen die Teilnehmer auch lernen, etwas für andere zu tun.“

Stechmücken erschweren Arbeit

An knapp vier Tagen wurde die Plattform am Rande des Hochmoores gebaut. Zunächst wurden die Fundamente gesetzt, dann die rund 15 Quadratmeter große Plattform aus unbehandeltem Eichenholz aus dem heimischen Wald errichtet und das Geländer angebracht. Eine teils schweißtreibende Angelegenheit. „Am Donnerstag und Freitag war es sehr heiß und es wimmelte von Stechmücken“, erzählt Henning Dictus.

Er hatte sich die Plattform am Rande des Hochmoores gewünscht, weil dieses an einem Teilstück der Waldroute liegt, die durch Lörmecketurm und Kapellenplatz, aber auch die Jahresbaum-Allee stark von Touristen frequentiert wird. Durch die Plattform werden diese nun zusätzlich auf Besonderheiten des Moores, das etwa 5000 bis 10 000 Jahre alt ist, aufmerksam gemacht. Außerdem werden sie davon abgehalten, dieses zu Fuß zu durchqueren und die Natur zu schädigen. Wesentlicher Bestandteil des Moores ist Torfmoos. „Wir haben hier sauren Boden und dadurch auch eine Artenarmut. Das Moos versauert den Boden zusätzlich und schafft sich so eine eigene Nische“, so Dictus.

Während viele Moore durch den Torfabbau zerstört wurden, hat das hiesige, rund vier Hektar große Hochmoor überlebt – auch wenn man vor rund 120 Jahren das Gebiet mit Fichten aufgeforstet und versucht hat, es mit Drainagen trocken zu legen. 2004 entdeckte Dictus das Moor, der Boden wurde untersucht – es fand sich nur Torf. „Wir haben dann die Entwässerungsgräben verschlossen und die Fichten gefällt.“ Seitdem können sich die für ein Hochmoor typischen Pflanzen, dazu zählt auch die Birke, wieder ausbreiten.

Eine Info-Tafel, die von den Wöske Schnaodloipers bereits am Moosbruch aufgestellt wurde, wird an die Plattform umgesetzt, so dass es neben der schönen Aussicht auch Wissenswertes gibt.