Asiatisches Temperament brilliert im Kupferhammer

Warstein..  Die Konzertbesucher warfen mit Superlativen nur so um sich, um ihre Begeisterung der so eben erlebten glanzvollen Momente musikalischer Meisterklasse kund zu tun. Äußerungen einiger Damen und Herren wie „einsame Spitze“, „brillant“ oder „Weltklasse“ waren jedoch keineswegs übertrieben, sondern absolut zutreffend – gastierten im ersten Konzert 2015 in der Räumlichkeit des Hauses Kupferhammer tatsächlich zwei begnadete, japanische Vollblutprofis ihrer Zunft.

Herzen der Klassik-Liebhaber erobert

Tamaki Kawakubo, eine der berühmtesten Künstlerinnen auf den Konzertbühnen im Fach Violine, sowie Yu Kosuge, ein wahrer Star am Klavier, eroberten diesmal die Herzen der hiesigen Klassik-Liebhaber. Asiatisches Temperament versprühte das Damen-Duo in ihren intonierten Interpretationen ausgewählter Werke namhafter europäischer Komponisten und ließ den Funken mittels filigraner Spielweise schnell auf die Zuhörerschar überspringen.

Denn gleich zu Beginn forderten die Protagonistinnen in stilisierter Weise zum Tanz auf. Mit der sechssätzigen Reihenfolge von Tänzen aus der bekannten „Suite Italienne“ von Igor Strawinsky erheiterten sie ein erstes Mal die Empfänger mit einem Konstrukt bestehend aus Elementen schwungvoller, eleganter Rhythmik und Bausteinen abstrakter, klanglicher Architektur. Einfach nur anmutend wirkte die voller bissiger Akzente dargebotene Spielweise der Künstlerinnen, die das packende Stück mit seinen speziellen Schwierigkeitsgraden indes bravourös meisterten. Außergewöhnlich und abwechslungsreich ging es sodann weiter, als das japanische Duo sein Können mit der berühmten „Kreutzer-Sonate“ für Violine und Klavier in A-Dur, op. 47 von Ludwig van Beethoven erneut zum Ausdruck brachte.

Kontrastreiche Variationen

Angeführt durch ein langsames Violinen-Solo und dem erst darauf folgenden Einstieg des Klaviers, markierten Tamaki Kawakubo und Yu Kosuge die Berührungspunkte ihrer Instrumente in kurz angeschlagenen Akkorden und rasanten Repetitionen. Kontrastreiche Variationen, in der Virtuosität und Überschwänglichkeit zum Tragen kamen, finalisierten das dreisätzige Werk.

Einzig und allein im Rampenlicht stand im dritten Teil des Konzertes Solistin Yu Kosuge, die mit der „Ballade Nr. 4 in f-moll, op. 52“ von Frédéric Chopin das Publikum verzauberte. Phantasievolle und spannungsgeladene Töne entlockte dabei eine mit viel Leidenschaft agierende Pianistin dem schillernden Tasteninstrument.

An dem, nach dieser bemerkenswerten Solo-Vorstellung, entfachten Beifall seitens der Konzertbesucher durfte im letzten Teil auch die zierliche Violinistin partizipieren. Die „Sonate für Violine und Klavier in c-moll, op. 45 Nr. 3“ von Edvard Grieg bildete den krönenden Abschluss eines musikalisch-festlichen Abends in Warstein. Spielerische Tanzmelodien gepaart mit lyrischen Hervorhebungen rahmten zu guter Letzt ein einmal mehr facettenreiches und qualitativ hochwertiges Kupferhammerkonzert ein – standesgemäß, wie sollte es auch anders sein.