Arbeitskreis möchte die Erlöserkirche vielfältiger nutzen

Frühlingssingen in der evangelischen Kirche in Kallenhardt: Bei Tee, Plätzchen und Gitarrenmusik eine gelungene Veranstaltung in dem Gotteshaus.
Frühlingssingen in der evangelischen Kirche in Kallenhardt: Bei Tee, Plätzchen und Gitarrenmusik eine gelungene Veranstaltung in dem Gotteshaus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Wir machen weiter, so lange es die Erlöserkirche gibt.“ Dieses Motto hat Pfarrerin Dr. Christiane Karin Saßmann ausgegeben. Und in der Tat.

Kallenhardt.. „Wir machen weiter, so lange es die Erlöserkirche gibt.“ Diese von Pfarrerin Dr. Christiane Karin Saßmann formulierte Absicht teilt der gesamte Arbeitskreis Erlöserkirche. Wie es mit dem kleinen evangelischen Gotteshaus weitergeht, ist nach wie vor offen. Bislang haben sich nach der Bürgerversammlung im Februar keine neuen Entwicklungen ergeben. Dabei hatte sich grundsätzlich die Bereitschaft gezeigt, alles Mögliche für den Erhalt zu tun. „Das Presbyterium war erst mit dem Verkauf der Apostelkirche beschäftigt“, erklärt die Pfarrerin.

Konkreter geworden ist seit der Versammlung auf jeden Fall die Idee, die Erlöserkirche auch außerhalb von Veranstaltungen zu öffnen, wie Anke Frie vom Arbeitskreis berichtet. Dies hatte Pfarrer Peter Sinn, der sich im Kirchenkreis Arnsberg damit befasst, versteckte Potenziale in den Gemeinden zu heben, angeregt. Offen stehen soll sie für alle, die einfach neugierig auf das Innere sind, vor allem aber für alle, die einen Ort suchen für ein stilles Gebet oder in der behaglichen Atmosphäre zur Ruhe kommen wollen.

Spezialisiert hat sich der Arbeitskreis auf Themen-Gottesdienste. Diese wurden bereits praktiziert, jetzt gibt es ein Jahresprogramm dafür, das unter dem schönen Dreiklang „Glauben – Licht - Leben“ steht. Dr. Christiane Karin Saßmann umschreibt sie mit „der etwas andere Gottesdienst“. Mit Zustimmung des Presbyteriums sei man nicht an die übliche liturgische Ordnung gebunden. So wird beispielsweise zwar das Vater Unser gesprochen, die Predigt aber entfällt. Stattdessen gibt es Betrachtungen zum jeweiligen Thema, das in der Regel ein Lied bildet. Darin wird die Gemeinde etwa durch das Lesen mit verteilten Rollen einbezogen, was auch schon dadurch deutlich wird, dass nicht nur vom Altar aus fungiert wird. „Der normale Gottesdienst zieht hier einfach nicht mehr“, hat die Pfarrerin lange und leidvoll beobachten müssen. „Ich weiß wie sich das anfühlt a) in den leeren Reihen zu sitzen und b) vor so wenigen zu stehen.“

Taizé-Andachten ziehen

Was hingegen zieht, sind die bereits seit längerer Zeit angebotenen Taizé-Andachten. „Da kommen die Leute selbst aus Allagen.“ Drei Mitglieder des Arbeitskreises haben im vergangenen Jahr Taizé besucht und sich dort inspirieren lassen. Vier solcher Andachten gibt es in diesem Jahr, dazwischen die bereits 2014 erprobten thematischen Gottesdienste über die Lieder. „Wir singen alle gerne“, berichtet Monika Pintscher aus dem Arbeitskreis. Mit dieser Begeisterung hofft man viele andere anstecken zu können. Dies umso mehr, als ökumenische Lieder als Themenschwerpunkte gewählt wurden. „Damit haben wir auch die katholischen Christen auf unserer Seite“, hofft Pfarrerin Saßmann.

Die musikalische Begleitung erfolgt dabei nicht unbedingt durch die Orgel. Auch Flöten- oder Keyboardspiel gibt es. Und dazu kommen viele meditative Elemente. „Wir versuchen einfach mal still zu sein“, setzt Monika Pintscher auf innere Einkehr. Demgegenüber stehen dann Aktionen, bei denen die Menschen in der Kirche aufgefordert sind, sich zu bewegen oder ein Samenkorn in die Erde zu legen. Der Blumenkasten damit steht jetzt vor der Kirche. „Wir sind selbst mutiger geworden“, hat Monika Pintscher an sich und den weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises beobachtet. Dazu gehören neben den drei genannten noch Ingrid Knop, Brigitte Kirchner und Irmgard Eickhoff.

„Jedes Mal spannend“ findet Anke Frie es, wenn man sich am Freitag vorher, um die Gestaltung des Gottesdienstes zu überlegen, mit der meistens auch die Gestaltung des Gottesdienstraumes korrespondiert. Dann steht der Ablauf. „Die Gottesdienste selbst formen sich dann oft erst vor Ort“, ergänzt Monika Pintscher. Im Neuen, Experimentellen sieht sie das Verlässliche.

Greifbares nach Hause nehmen

„Wir definieren uns nicht nur durch Worte. Wir zeigen etwas, basteln, sorgen dafür, dass die Menschen etwas greifbares mit nach Hause nehmen können“, fasst Dr. Christiane Karin Saßmann zusammen. Immer in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen die Einladung in die Erlöserkirche annehmen. Andererseits sagt Anke Frie: „Und wenn nur einer kommt, wir machen den Gottesdienst mit der gleichen Liebe.“ Der Ansatz aller Bemühungen ist jedoch ein anderer. „Wir wünschen uns, dass die Kirche zu klein ist“, formuliert die Pfarrerin den zentralen Wunsch.