An neuem Windpark sollen sich alle beteiligen können
12.02.2010 | 08:50 Uhr 2010-02-12T08:50:00+0100
Rüthen/Heddinghausen. Ökostrom ist in aller Munde — nicht nur durch die bald sinkende Solarförderung, sondern — gerade auch an der Haar — vor allem die Windenergie. Landwirte aus dem Raum Heddinghausen haben ein Projekt angestoßen, um Ökostrom zu produzieren.
Ihre Überlegungen stellte in Stadtentwicklungsausschuss Alois Schäfers erstmals in der Öffentlichkeit vor.
Und die Öffentlichkeit wird in Zukunft sicher noch wiederholt von dem Projekt hören. Zum einen müssen noch planungsrechtliche Hürden überwurden werden (wozu dann auch Bürgerversammlungen gehören werden), zum anderen wollen die Landwirte die Rüthener mit ins Boot holen: Als Miteigentümer der Heddinghäuser Bürgerwind.
Park an der Kreisgrenze
Geplant ist ein neuer Windkraftpark an der Kreisgrenze. Die Fläche soll an die bestehende Anlage bei Hemmern angrenzen und sechs Anlagen zu je zwei Megawatt aufnehmen. Lärmschutzprobleme gibt es dort nicht, ebenso mit dem Schattenwurf. Von Vorteil ist auch die nahe Anbindung an die A44 bei Büren und die recht einfache Möglichkeit, den Strom ins Netz einzuspeisen.
In dem Gebiet, so Schäfers, gibt es 28 Grundstückseigentümer, die sich zum Großteil die Pachteinnahmen — egal, wo die Anlagen letztlich stehen werden — teilen. 90 Prozent haben dazu bereits vertraglich zugestimmt. Die Gesamthöhe kann bis zu 150 Metern betragen, wobei der Rotordurchmesser bei 90 Metern liegen soll.
Wertschöpfung
Die Wertschöpfung des Projekts soll in Rüthen bleiben. Das bezieht sich sowohl auf die Gewerbesteuer als auch die Beteiligung: Alle Rüthener sollen sich an dem Projekt beteiligen können, zu gleichen Konditionen wie die Landwirte, die das Projekt angestoßen haben. Das gesamte Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro. Je nachdem, wie die Windgutachten ausfallen, werden Banken Darlehen gewähren. Schäfers geht davon aus, dass rund 30 Prozent des Geldes Eigenkapital sein muss.
Bürgermeister Peter Weiken wies im Ausschuss darauf hin, dass auf dem Gelände mal ein Industriegebiet geplant worden sei, auch wenn dies planerisch nie verankert wurde. Dieses Vorhaben würde man mit einem Windpark aufgeben. Bei einem zustimmenden Votum des Ausschusses werde er das Projekt in Arnsberg vorstellen. Dort wartet nämlich auch eine Hürde: Angrenzend befindet sich ein Schutzgebiet, so dass die Fläche eigentlich nicht für Windräder vorgesehen ist. Aber dabei handelt es sich nur um eine Soll-Regelung.
Und, so Stadtplaner Joachim Heidrich, bedeutet es einen Vorteil für das Projekt, wenn die Stadt komplett dahinter steht.
Einmalige Chance
Für Heinz-Werner Klaus (CDU) ergibt das Projekt jedenfalls eine „einmalige Chance”; ein Industriegebiet gebe es dort in den nächsten 20 Jahren sowieso nicht. Den Eindruck hatten die übrigen Ausschussmitglieder auch.
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