An Karneval läuten die Glocken in Menzel anders

Menzel..  Hoch und heiß her ging es am Samstagabend beim Karnevalsball in Menzel, ausgerichtet vom Schützenverein. Dabei wurde deutlich, was den Menschen in den zwei Jahren nach dem letzten Ball gefehlt hatte, auch wenn die 385 zahlenden Gäste, die Oberst Ludger Rüther-Grobe begrüßte, doch nur Wunsch statt Wirklichkeit waren. Aber auch so war der Gesellschaftsraum der Schützenhalle proppenvoll. Unterstützung als Moderator bekam Ludger Rüther-Grobe erstmals durch seinen Bruder Philipp.

Ganz groß raus kamen zu Beginn die Kleinsten aus der Gemeinde. Als Piraten enterten sie die Bühne. Die etwas Größeren bewiesen dann als AC/DC-Revival-Band, dass sie passend zu einem der Hits in der Tat der reinste Sprengstoff (TNT) sind.

Noch heißer wurde es erst zu späterer Stunde als der Club der Scharfen wieder bewies, warum er diesen Namen zu Recht trägt. Seine etwas andere Interpretation des Schlagers „Die Glocken von Rom“ mit vor die männlichen Glocken geschnallten Kochtöpfen und Schöpfkellen sorgte zum einen für Lacher, zum anderen für Stielaugen beim weiblichen Publikum, denn mehr als Hut, Schuhe und knappe Shorts hatten die scharfen Herren dabei nicht an.

Ganz ohne Worte

Auf ganz andere Art zeigten die Frauen, was sie so zu bieten haben. Omma Erna (Tanja Geise) betonte in schönstem Sauerländer Slang „Ihr habt Chlück, ich bin da“ und ließ sich dann über die fatalen Nebenwirkungen von zu viel „Federbeißer“ im Zusammenspiel mit Zwiebelkuchen aus: „Das wirkt wie Rohrreiniger.“ Als sie das gewahr wurde, war allerdings schon alles zu spät: „Ich sach mal so, ich habe einen Windbeutel mit Füllung rausgegeben.“ Während Tanja Geise als Omma nicht ohne Gesabbel klar kam, stellte sie mit Elke Ebers ihr stille Seite heraus. Ganz ohne Worte kamen sie bei ihrem Sketch aus, verbrauchten dafür viele Blatt Papier, auf denen ihr Dialog aufgezeichnet war.

Nicht nur Gastgeber, sondern auch im Programm aktiv waren die Schützen. Die Grobe-Brothers (Ludger und Philipp) zeigten in die Bütt auf, was angeblich den Unterschied zwischen deutschen Handwerkern und polnischen Arbeitern ausmacht. Zum guten Schluss des an Zugaben reichen Programms führten dann Alexander Scheithauer, Lukas Risse und Aaron Legler das Märchen vom Froschkönig auf, wie es sich wohl nur auf dem Lande zugetragen haben kann.