Als Erbse in die tollen Tage starten

Karnevalskostümbörse in Kallenhardt.
Karnevalskostümbörse in Kallenhardt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die einzige Karnevalskostümbörse weit über Rüthens Stadtgebiet hinaus bietet der Karnevalsclub Kallenhardt (KCK) an. Entsprechend groß war am Samstag der Ansturm von Käufern und Verkäufern.

Kallenhardt.. Schon am kommenden Samstag steht in Drewer die erste Kappensitzung der Session an. Und was brauchen die feierfreudigen Narren, um ihrer Stimmung auch äußerlich Ausdruck zu geben? Zünftige, witzige Kostüme! Nun ist der Neukauf die eine Sache, eine Zweitverwendung aber die kostengünstigere Alternative. Die einzige Karnevalskostümbörse weit über Rüthens Stadtgebiet hinaus bietet der Karnevalsclub Kallenhardt (KCK) an. Entsprechend groß war am Samstag der Ansturm von Käufern und Verkäufern.

„Es hat sich herumgesprochen, dass wir die einzige Kostümbörse im weiten Umkreis haben“, freute sich Silvia Aust. Gemeinsam mit Anna Padberg – beide sind sie Betreuerinnen der drei Kallenhardter Tanzgarden – übernahm sie die Organisation und Durchführung. Unterstützt wurden sie dabei von den Trainerinnen.

Platzmangel am Kleiderständer

„Schon bei der Abgabe war viel los. Wir hatten gar nicht mir einem solchen Ansturm gerechnet und wussten schon gar nicht mehr wohin mit den Kostümen“, berichtete Silvia Aust. Und so konnten später die ebenfalls zahlreichen Kunden aus einer Auswahl von weit über 150 Kostümen schöpfen. Sie könnten als Erbse, wilde Tiere oder ganz klassisch als Ritter die tollen Tage durchleben. „Die wenigsten Käufer sind Kallenhardter“, machte sie deutlich. Stattdessen kämen die Kunden aus Geseke und Warstein.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie erfolgreich. Wer Kostüme abzugeben hat, bringt sie am Morgen im Trainingsraum der Garden in der Turnhalle vorbei, nennt seine Preisvorstellung und hofft – und zwar darauf, dass die mit Nummern versehenen Kostüme im Lauf des Tages einen Liebhaber finden. So müssen später nicht diese wieder abgeholt werden, sondern es kann der Verkaufserlös mitgenommen werden. Allerdings abzüglich von fünfzehn Prozent. Diese Marge bleibt bei den Garden,die damit unter anderem neue Schaukostüme für ihre Auftritte oder das Reinigen der Gardekostüme finanzieren. „Wir haben immer noch reichlich Nachwuchs“, freute sich Silvia Aust über ungebrochenes Interesse an Mini-, Junioren- und Seniorengarde.

Aufwendig selbst genäht

Ein Teil des Kostümangebotes stammt aus eigenen Beständen der Garden, „um Platz zu schaffen in unseren Schränken“, viel aber liefern externe Anbieter zu. „Wir haben viele aufwendig selbst genähte Kostüme im Angebot, aber auch fertig gekaufte“, berichtet Silvia Aust.

Gemeinsam aber sei allen der einwandfreie Zustand. „Nächstes Jahr werden wir auch Gruppenkostüme annehmen. Dafür gibt es viele Nachfragen“, blickt sie bereits voraus. Denn das ist sicher: Auf die inzwischen dritte wird eine vierte Kostümbörse folgen.

„Das ist etwas ganz anderes, als wenn man sich Kostüme bestellt; hier kann man sie anfassen und direkt anprobieren“, berichtet Jutta Niggenaber. Sie wie auch Steffi Arens waren aus Eikeloh nach Kallenhardt gekommen. Dort gehören sie der örtlichen Theatergruppe an. Glücklich war auch die dreijährige Franziska Bünner aus Kallenhardt. „Auf den ersten Blick haben wir ihr Traumkostüm als Fee gefunden“, freute sich Papa Johannes. Und auch für den kleinen Johann (2) fand sich sicher noch das passende, auch wenn das zunächst anprobierte Indianer-Kostüm nicht nur zu groß, sondern auch eher etwas für eine Squaw war.