Alles vererbt

Ich glaube, die quietschende Maggie Thatcher hat den Anfang gemacht. Oder der ebenfalls quiekende Prince Charles, ganz sicher bin ich mir nicht. Diese beiden britischen Persönlichkeiten gab es Ende der 80er-Jahre als Hundespielzeug: Aus weichem Gummi, schön eindrückbar, gaben sie ein leises „Quieek“ von sich, wenn man sie fest zwischen den Händen drückte. Es folgte MacLeans- Zahnpasta. Diese grün-blaue Tube war in den 90ern aus unserem Badezimmer nicht wegzudenken. Ebenso wenig wie der große Spiegel mit „Guinness“-Schriftzug über unserem Esstisch oder der „Union Jack“ im Flur. Anfang der 2000er ging es dann so richtig los: Bücher über das englische Königshaus wechselten hin und her, aus jedem Urlaub brachten wir uns gegenseitig royalen Kitsch, Londoner U-Bahn-Pläne oder südenglische Kalksteine mit.


Mittlerweile müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht die gleichen Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag machen – eine durchaus realistische Gefahr, da wir beide alles, was halbwegs britisch aussieht, sofort für die jeweils andere mitbringen. Was ich an dieser Stelle und anlässlich des gestrigen Muttertages sagen will: Ohne meine Ma wäre ich niemals so Briten-verrückt geworden, wie Sie es immer wieder an dieser Stelle lesen. Thank you, Mom!