„Alle meine Entchen“ mal etwas anders

Warstein..  Kein Auftippen des Basketballs ist zu hören, keine Turngeräte sind aufgestellt. Stattdessen sind Urwaldgeräusche zu vernehmen. Und Stühle werden wie Publikumsreihen angeordnet, so dass sich eine Gruppe vorne wie auf einer Bühne positionieren kann. Alles um die passende Atmosphäre zu schaffen. Von Dienstag bis einschließlich heute finden in der Sporthalle der Grimmeschule Theatertage statt. Zu Gast sind Martin Neumann und Kirsten Moritz aus Bielefeld, die gemeinsam mit den Schülern der siebten bis zehnten Klasse spielerisch Körperwahrnehmung und Sprache fördern wollen.

Das Stehen ist anstrengend

Es ist gar nicht so einfach, ernst zu bleiben. Wenn in einer großen Gruppe gleichzeitig „Alle meine Entchen“ auf den Rhythmus von „We will rock you“ angestimmt wird, muss der eine oder andere eben anfangen zu lachen. „Du bist manchmal überrascht, wenn auch diejenigen, die am Anfang nicht so viel Lust hatten, plötzlich etwas für sich entdecken“, beschreibt Theaterpädagoge Neumann seine Arbeit.

So wie Lara-Lejla Ahmic (15). Ihr macht es am zweiten Tag schon deutlich mehr Spaß. Nur: „Das mit dem Stehen ist ziemlich anstrengend“, sagt sie. Zum Sitzen ist tatsächlich kaum Gelegenheit. Am Mittwoch geht es zunächst um die Stimme, danach wird durch Spiegelübungen die Selbstwahrnehmung geschult. Entweder als Duo oder in der Gruppe. Auch Angelique Keggenhoff (16) gefallen die Theatertage: „Das Singen und die Atemübungen wie beim Yoga haben mir Spaß gemacht“, berichtet sie. Und ganz wichtig: „Wenn man was sagt, dann lachen die anderen einen auch nicht aus.“

Wichtig für das Selbstbewusstsein

Vor 15 Jahren war Martin Neumann schon einmal zu einem ähnlichen Workshop in Warstein zu Besuch. Die Grimmeschule hatte zuletzt vom Rotary-Club eine Spende erhalten und wollte diese für die Sprachförderung nutzen. Da erinnerte man sich wieder an den Theaterpädagogen und lud ihn ein: „Das war damals schon sehr erfolgreich. Für unsere Schüler und ihr Selbstbewusstsein ist es ganz wichtig, sich verbal auszudrücken“, erklärt Schulleiterin Ulrike Wiegelmann.

Keine Theatertage ohne Präsentation: Zum Abschluss soll es am Donnerstag eine kleine Werkstattaufführung für die anderen Schüler und Lehrer geben. Dabei will die Gruppe zeigen, was sie gemeinsam erarbeitet hat. „Das macht ja auch den Reiz des Theaters aus. Das man etwas zeigen und sich dafür den Applaus abholen kann“, findet Kirsten Moritz.