Algerier knackt Autos in Rüthen und bekommt ein Jahr auf Bewährung

Rüthen..  Ein 36-jähriger Algerier musste sich am Dienstag vor dem Warsteiner Amtsgericht für eine Reihe von Diebstählen verantworten. Er hatte als ehemaliger Bewohner der Flüchtlingsunterkunft im Haus Maria vom Stein in Rüthen ein Dutzend Autos aufgebrochen und Wertgegenstände mitgehen lassen. In der Verhandlung gab er an, zum Tatzeitpunkt zwischen dem 21. und 24. März unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden zu haben.

„Mir war nicht bewusst, was ich gemacht habe“, verteidigt sich der Angeklagte. Zu dieser Zeit sei er jeden Tag betrunken gewesen. Außerdem habe er Tabletten genommen, so der Mann. Die Diebstähle gibt er zu. In insgesamt 12 Fällen knackte er Autos oder versuchte es zumindest. Was er in den Wagen fand, klaute er. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in der JVA in Hamm. Vor Gericht betont er immer wieder, dass er von den Taten nichts mitbekommen habe.

Kein Einfluss auf Asylverfahren

„Sie wollen mir sagen, dass Sie sich, wenn Sie getrunken haben, einfach unbewusst in Autos setzen, diese durchsuchen und Sachen entwenden?“, ärgert sich der Staatsanwalt lautstark. „Das kommt vermutlich von den Tabletten“, entgegnet der Angeklagte. Von 2013 an sei er heroinsüchtig gewesen. „Das sieht für mich so aus, als hätten sie versucht, mit den Einbrüchen die Drogen zu finanzieren“, wirft der Staatsanwalt dem Algerier vor. Er plädiert auf eine Haftstrafe von einem Jahr ohne Bewährung. Zwar habe der Angeklagte die Taten zugegeben. Allerdings sei der Sachschaden relativ hoch. Die Tatsache, dass er wisse, wie man in Autos einbreche, ohne dabei Spuren zu hinterlassen, spreche für eine gewisse kriminelle Energie. Der Verteidiger spricht sich hingegen für eine Strafe von 8 Monaten auf Bewährung aus sowie der Verordnung einer Drogentherapie.

Die Richterin verurteilte ihn zu einem Jahr auf Bewährung. Er muss nun die Kosten des Verfahrens tragen und eine Therapie bei der Drogenberatungsstelle machen. Auf sein Asylverfahren haben diese Straftaten keinen Einfluss, weil nur „erhebliche“ Delikte zu einer sofortigen Abschiebung in das Heimatland führen würden.