Ärztemangel auch an der LWL-Klinik

Warstein..  Wenig Vakanz herrscht bei den Fachärzte-Stellen an den Krankenhäusern im Kreis – dies trifft nach einer Umfrage in 23 Einrichtungen (17 antworteten), die der Kreisgesundheits-Ausschuss durchgeführt hat, auf jeden Fall für die somatischen Kliniken zu, nicht aber für die psychiatrischen Kliniken. „In zwei Kliniken fehlen sechs Psychiater“, so das Fazit von Dr. Andrea Gernun. Dass es schwierig ist, Fachärzte aus den Städten in die ländliche Region zu bekommen, bestätigte Dr. Josef Leßmann. „Die Ärztegewinnung ist im Raum Soest/Lippstadt schon eine andere als im Raum Warstein/Rüthen. Da gibt es große Diskrepanzen“, führte Leßmann aus. Vor allem Ärzte zu bekommen, die auch vor Ort wohnen möchten sei schwer – dabei habe die Region – auch im kulturellen Bereich – einiges zu bieten.

Stipendiaten als Assistenzärzte

Große Anstrengungen habe man in den letzten Jahren unternommen, diesen Trend umzudrehen. Einmal durch die Zertifizierungen – ganz frisch im Bereich Weiterbildung für Psychiater und Psychotherapeuten und seit zwei Jahren auf Bundesebene im Bereich Beruf und Familie. Leßmann: „Das zieht den ein oder anderen Bewerber an.“ Des Weiteren über Stipendien. Stipendiaten verpflichten sich nach dem Studium, für fünf Jahre als Assistenzärzte in der LWL-Klinik zu arbeiten. „Das ist ein Gewinn für den Betrieb“, betonte der Ärztliche Leiter. An beiden Standorten, Lippstadt und Warstein, ist derzeit jeweils ein ehemaliger Stipendiat als Assistenzarzt tätig.

Wichtig sei auch die Öffentlichkeitsarbeit. Die Klinik betreibe ein intensives Marketing, um den Bereich der Psychiatrie zu entstigmatisieren. „Wir sind der zweitgrößte Arbeitgeber im Kreis Soest und ich scheue auch den Vergleich mit anderen großen Kliniken nicht“, so Leßmann. „Wir haben das Zertifikat schließlich nicht umsonst gekriegt.“