Abos für Kulturprogramm werden angestrebt

Das Trio des Freien Schauspiels Köln gastierte mit der Satire "Kunst" in der Neuen Aula Belecke.
Das Trio des Freien Schauspiels Köln gastierte mit der Satire "Kunst" in der Neuen Aula Belecke.
Foto: WP

Belecke..  Feierlicher hätte man die Neue Aula, die Mehrzweckaula am Schulzentrum Belecke, nicht einweihen können als mit dem traditionellen Neujahrskonzert mit der Camerata Europeana. Lauter strahlende und zufriedene Gesichter sah man, hatte mit der Neueröffnung doch das Ringen um ein Gebäude, ein gutes Ende gefunden.

Eine Rettung, die lange auf wackeligen Beinen stand, war das Gebäude doch aufgrund eines Sanierungsstaus in einem schlechten Zustand. Erst, als die Bedeutung der Aula für das Schulzentrum von den Schulen herausgestellt wurde, wurde Grünes Licht für die Renovierung gegeben.

Eine große Rolle spielt die Neue Aula aber auch für die Kultur. Daher kann sich auch die Kulturinitiative Ki Warstein auf die Fahnen schreiben, die drohende Schließung mit verhindert zu haben, hat sie sich doch gegründet, als dieses Damoklesschwert noch über dem Gebäude schwebte. Michael Römer, Vorsitzender der Ki, blickt zurück, wagt aber auch einen positiven Blick in die Zukunft.

„Die Aula ist generell ein Gewinn. Man muss der Stadt Warstein ein Lob aussprechen, dass sie die Renovierung durchgeführt hat.“ Voll des Lobes ist Michael Römer für die neue Mehrzweckaula. „Es ist klasse, dass sie auch von der Stadt frequentiert wird, für Ratssitzungen und Symposien – das zeigt ihre Vielschichtigkeit. Sie ist auch für die Ki sehr interessant. Wir haben hier 2014 zehn Veranstaltungen gemacht – und es werden immer mehr.“ Ein Vorteil dabei ist, dass sie multifunktional nutzbar ist, sowohl für Theater und Programmkino – ein Test war erfolgreich – wie für den Musikbereich. „Bei Lukas Schaaf hatten wir erstmals eine Veranstaltung ohne Bestuhlung und es war proppenvoll.“

Zwar habe es einige Anfangsprobleme in der Neuen Aula gegeben – der Raum war zu kalt, die Heizung hat nicht richtig funktioniert – doch sei dies in Zusammenarbeit mit der Stadt ganz schnell bereinigt worden.

Kooperation mit Kulturvereinen

Ein Vertrauen, das wohl auf Gegenseitigkeit beruht, kam doch die Stadt auf die Ki zu, die Aula quasi für den Kulturbetrieb zu übernehmen. „Das hört sich zunächst mal toll an, ist aber auch mit viel Verantwortung verbunden und beinhaltet auch organisatorische Dinge“, erklärt Römer. So dürfen Kulturveranstaltungen nicht ohne eine Person stattfinden, die eine sicherheitsrelevante Ausbildung hat. „Wir werden versuchen, 2015/16 selbst Schulungen zu besuchen.“ Denn das Vorhalten dieses Sicherheitspersonals ist auch eine Kostenfrage.

Mit anderen Kosten, die durch die Betreuung des kulturellen Betriebs entstanden, hatte man nicht gerechnet. „Wir haben festgestellt, dass die große Fünf-Meter-Leiter, die beim Einstellen der Scheinwerfer gebraucht wird, nicht mehr benutzt werden konnte. – Dafür haben wir mehrere tausend Euro ausgegeben. Denn wir sind verantwortlich, dass der kulturelle Betrieb funktioniert. Das ist die Kehrseite.“

Einigen Herausforderungen will man sich auch in Zukunft stellen: So ist die Ki dabei eine Personalstruktur zu erstellen, die ständig greifbar ist. Die Struktur zu festigen und den Stamm zu erweitern hat man sich auf die Fahnen geschrieben. „Die Ki ist ein Mini-Unternehmen geworden, obwohl wir als gemeinnütziger Verein agieren.“

Kooperationen geht die Ki auch mit anderen kulturschaffenden Vereinen aus Warstein ein, wie beim Konzert des Gemischten Chores Belecke. „Wir nehmen eine Aufwandsentschädigung für den Bühnenmeister et cetera, aber keine Miete. Wir teilen uns die Kosten und den Gewinn – das ist eine Win-Win-Situation.“

Auch für das kommende Jahr sind bereits Vereine auf die Ki zugekommen. So gibt es ein Konzert der Chorgemeinschaft Warstein, die kfd Belecke wird 90 Jahre alt und plant eine Matinee-Veranstaltung und die GBK möchte zu ihrem Jubiläum gerne eine Soiree veranstalten. „Das hat auch mit Kultur zu tun und ist etwas, was wir auch unterstützen“, betont Michael Römer.

Kleinkunst ausbauen

Unterstützen wird die Ki die Stadt Warstein dieses Jahr beim Neujahrskonzert. „Wir stellen das Thekenpersonal, kümmern uns um die Künstler. Eine gute Art der Kooperation.“

Fest steht auch in großen Teilen das Ki-Programm für die kommenden Monate. „Das wird wirklich klasse.“ Römers Vision: „Wir wollen auf Dauer ein Jahresprogramm auf die Beine stellen, um auch ein Abo anbieten zu können.“

Auch für die Jugend will man verstärkt ein Angebot schaffen – und außerdem das Thema Kleinkunst ausbauen, das im Haus Kupferhammer, dem zweiten Standbein neben der Neuen Aula, stattfindet und vordergründig von Werner Braukmann betreut wird. „Wir müssen die Aufgaben verteilen und schwerpunktmäßig arbeiten. Es ist schließlich alles ehrenamtlich, was wir machen. Das soll ja schließlich noch weiter Spaß machen und nicht zur Belastung werden.“

Dass die Neue Aula so gut angenommen wird, zeigt auf jeden Fall, dass sich der Kampf für den Erhalt gelohnt hat: „Wir haben viel kontrovers diskutiert und uns viele blaue Flecken geholt. Aber es zeigt sich, dass es doch gut war, dass wir uns dafür eingesetzt haben.“ Der Erfolg gibt ihm Recht. Im November 2011 hatte die Ki mit drei Veranstaltungen angefangen, inzwischen wurden über 50 Veranstaltungen auf die Bühne gebracht. „Das ist schon Wahnsinn.“