Ab Sommer freie Fahrt auf der Erlebnisroute

Die Fahrrad-Erlebnisroute „Steine und mehr“  soll im Sommer eröffnet werden. Sie ist teil des Regionale-Projekts.
Die Fahrrad-Erlebnisroute „Steine und mehr“ soll im Sommer eröffnet werden. Sie ist teil des Regionale-Projekts.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bewährtes GPS-System aus Soest liefert Infos zu den Sehenswürdigkeiten direkt aufs Smartphone

Warstein..  Kaum ist der Erlebnispunkt am Suttroper Steinbruch eröffnet (wir berichteten), rückt das nächste Regionale-Projekt in den Blickpunkt: Im Sommer wird die Fahrrad-Erlebnisroute „Steine und mehr“ eröffnet. Auf rund 20 Kilometern führt sie den interessierten Radwanderer auf den Spuren der Steine um die Wästerstadt.

„Die Beschilderung der Route erfolgt im Frühjahr durch den Kreis Soest“, erklärt Stadtplaner Meinolf Kreggenwinkel gegenüber der WP, „im Sommer wird die Route dann eingeweiht.“ Da alle Projekte der „Regionale 2013“ bis zum Sommer abgerechnet sein müssen, wird die Eröffnung der Fahrradroute eine Punktlandung. Die Strecke wird das Stadtgebiet Warstein sozusagen umkreisen; die Wegeführung richtet sich nach den Punkten, an denen Beispiele aus der Geschichte der Kalksteingewinnung in Warstein gezeigt werden können.

So befindet sich natürlich der in dieser Woche eröffnete Erlebnispunkt „Steinbruch Suttrop“ auf dieser Route. Auch die Hohe Lieth und der Ausgangspunkt der ehemaligen Steinloren-Transportstrecke auf der Platte finden sich auf der Karte. Mit dem Haus Steinrücken in Suttrop, dem Bilsteintal und der Hillenbergquelle sind jedoch auch Erlebnispunkte vertreten, die einen indirekten Bezug zur Steingewinnung haben. „Die Route findet schließlich in dem Projekt ‘Steine und mehr’ statt, da ist es nur logisch, dass auch andere touristische Ziele in die Wegführung aufgenommen wurden“, erklärt Kreggenwinkel.

Teil des Radwegenetzes SWF

Die Streckenführung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kreis Soest – und sie weist gleich zwei Besonderheiten auf: „Sie kann eins zu eins in das Radwegenetz Südwestfalen übernommen werden“, so Kreggenwinkel, „und wir nutzen ein GPS-gestütztes Infosystem. Dazu greifen wir auf das bereits bewährte ‘guide4blind’-System aus Soest zurück.“

System seit 2012 in Soest erprobt

Dieses System ermöglicht seit 2012, dass blinde Stadtbesucher sicher durch Soest geführt werden und sogar Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten erhalten (wir berichteten bereits). Die Idee dahinter: Wieso sollten blinde Menschen nur dorthin gehen können, wo sie genau wissen, wie der Weg verläuft? Ob ein Fußweg tatsächlich dort ist, wo die GPS-Daten ihn anzeigen oder er einen Meter weiter rechts ist – dass das für Blinde ein lebensrettender Unterschied sein kann, liegt auf der Hand. Aber auch die Breite der Fußwege oder die Sicherheit eines unbekannten Fußgängerüberwegs sind für Menschen ohne Sehfähigkeit wichtige Informationen, um wohlbehalten an ihr Ziel zu kommen.

Was in Soest seit fast drei Jahren erfolgreich funktioniert, soll nun in der Ausgangsversion auch auf der „Steine und mehr“-Radroute zum Tragen kommen – damit Radfahrer unterwegs nicht nur die genaue Streckenführung per Smartphone abfragen, sondern auch direkt Informationen zu den Erlebnispunkten bekommen können, an denen sie auf ihrer Fahrradtour vorbeikommen.

Gerüst für alle Gemeinden

Der Kreis Soest hat das Standardgerüst seines „guide4blind“ den Gemeinden im Kreis zur Verfügung gestellt, um es insbesondere für die Regionale-Projekte nutzen zu können. „Wir übernehmen nun dieses System für die Radroute, das ist für uns natürlich erfreulich“, sagt Kreggenwinkel, „dazu haben wir noch den ‘Luxus’, dass der heimische Stadtmarketingverband die Schilder für die Erlebnispunkte hergestellt hat. Da haben wir im Vergelich zu den anderen Kommunen eindeutig einen Vorteil.“