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Abi in Rüthen

70 Abiturienten „am Ziel einer langen Reise“

29.06.2012 | 19:07 Uhr
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70 Abiturienten „am Ziel einer langen Reise“
Ein sehr erfreulicher und erfolgreiche Abi-Jahrgang verlässt das Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen. Am Freitag wurden die Abiturzeugnisse vergeben.

Rüthen. „Das habe wir in der Geschichte der Schule noch nie gehabt, und werden es vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht wieder haben“, freute sich Oberstudiendirektor Dr. Hans-Günter bracht: Mit Johanna Heppe aus Belecke hat der Abiturjahrgang 2011/12 eine Abiturientin in seinen Reihen, die nicht nur eine glatte 1,0 als Schnitt schaffte, sondern mit 790 Punkten auch eine absolute Höchstleistung. Für Ingeborg Hecht, vom Zonta-Club zugleich ein Grund, die beste Abiturnote einer Schülerin im Altkreis Lippstadt mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro auszuzeichnen.

Doch nicht nur Johanna Heppe erntete gestern viel Lob, neben zwei weiteren Schülerinnen mit 1,0-Schnitt, Sophia Witthaut und Lisa Koch, schafften noch weitere 67 Pennäler das Abitur. Sie verabschiedeten sich mit einer fröhlichen Feier. In seiner Begrüßung verwies Schulleiter Dr. Bracht auf das Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“. Er stellte fest, dass man in der Schule letztlich doch daran gezogen habe, um Entwicklungen anzustoßen. Gleichzeitig kritisierte er die zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft mit mehr Wettbewerb und Leistungsdruck. Auch das Gymnasium Rüthen habe sich weiterentwickelt, habe Lernprozesse in Richtung Handlungsorientierung und Sozialkompetenz verändert. Den Erfolg belegt die Qualitätsanalyse mit elf „starken“ und 14 „vorbildlichen“ Bewertungen. Den scheidenden Schülern bescheinigte er, ein toller Jahrgang gewesen sei.

Passend zum Abimotto vermeldeten Marc Cramer und Jan Schmücker als Schülervertreter: „Schiffsbesatzung, wir haben den Schatz!“ Man sei „am Ziel einer langen Reise“, deren Bedeutung man wohl erst später erkennen könne. Freundschaften seien ein wichtiger Teil der Schulzeit gewesen – und zwar nicht nur bei kniffligen Aufgaben. Man habe „eine der besten Schulen des Landes“ besucht, was ja auch amtlich bestätigt sei. Folge: „Uns gehört die Zukunft!“

Die besten Schüler wurden mit einem Präsent ausgezeichnet.

Marlies Jentsch ließ in ihrer Festansprache die Schüler vom Triumphbogen in Paris nach unten blicken, wo 12 Straßen ins pulsierende Leben führen. „Sie werden entscheiden dürfen, welchen Weg Sie gehen“, betonte die Pädagogin – entweder den Schnellweg, den mit den Sehenswürdigkeiten oder einen mit kleinen Gassen. Sie selbst habe nach dem Abi das Studienfach gewählt, von dem sie in der Schule am wenigsten erfahren hatte; sie wollte Überraschungen und keine ausgetretenen Trampelpfade. Um so mehr bedauerte sie, dass durch Zentralabitur die Freiheit des Lehrers eingeschränkt werde: Für individuelle Schwerpunkte „ist im jetzigen System kein Platz.“ Wie gut, dass sie Schüler, Eltern und Lehrer nun doch noch „ins Wunderland der Chemie“ entführen konnte. Zumindest am letzten Schultag.

Bürgermeister Peter Weiken zeigte den Abiturienten auf, dass nach der Reifegewährung nun die Reifebewährung ansteht. Und Elternvertreter Gyso von Bonin lobte das junge, engagierte Kollegium des Spee-Gymnasiums. Und meinte zu den Absolventen passend zum Abi-Motto: „Piraten könnte Rüthen ruhig gebrauchen!“

Manfred Böckmann

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